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Von sengender Hitze zu eiskaltem Wasser – warum Finnen das tun und wie Sie Eisbaden selbst erleben können

Die Finnen haben eine enge Verbindung zur Natur, und das Winterbaden – auf Finnisch als avanto oder avantouinti bekannt – ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Diese Freizeitbeschäftigung vereint die winterliche Natur, frische Luft und die tief verwurzelte Saunakultur Finnlands, die für viele Finnen ein unverzichtbarer Teil des Alltags ist. Grundsätzlich kann Winterbaden nahezu jedem zusagen – jeder gesunde Erwachsene kann einen Sprung ins Eisloch wagen. Nehmen Sie jedoch nicht an, dass es für alle Finnen ein Kinderspiel ist; es gibt auch viele, die sich nicht vorstellen können, warum man sich jede Woche oder sogar mehrmals pro Woche freiwillig in eiskaltes Wasser begeben sollte.

Die Vorteile des Winterbadens

Zahlreiche Studien und Umfragen deuten darauf hin, dass Winterbaden der Gesundheit zugutekommen kann. Regelmäßige Kälteexposition scheint das Abwehrsystem des Körpers zu stärken. Sie härtet ab, und die Kälteanpassung stimuliert und stärkt das Immunsystem. Beim Eintauchen in kaltes Wasser werden die Temperaturregulationsprozesse des Körpers angeregt, was zu einer gesunden Durchblutung beitragen kann. Viele empfinden, dass Winterbaden den Geist beruhigt und Stress verringert. Kurze Kältereize können die Freisetzung von Glückshormonen fördern.

Obwohl kaltes Wasser für den Körper einen Stressfaktor darstellt und die Ausschüttung von Stresshormonen auslöst, berichten viele Winterbader, dass ihr Stress quasi „im Wasser bleibt“. Häufig wird beobachtet, dass Winterbaden den Schlaf verbessert und den Kopf von rasenden Gedanken und dem hektischen Treiben des Alltags befreit. Für viele ist Winterbaden auch eine Möglichkeit, sich zu entspannen, sich selbst herauszufordern und in einer ungezwungenen Atmosphäre neue Menschen kennenzulernen, in der alle auf Augenhöhe sind.

Viele empfinden Winterbaden gleichzeitig als entspannend und belebend. Für manche ist es ein soziales Ereignis, bei dem Freunde oder andere Gleichgesinnte Tipps und Erfahrungen austauschen können.

Die Sauna wird beim Winterbaden oftmals als nahezu unverzichtbar angesehen, da ihre Wärme die Muskulatur entspannt und das Kälteempfinden lindert. Zudem bietet die Sauna Gelegenheit, sich mit anderen Winterbadern auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und dem Körper eine Erholungspause zu gönnen, bevor man sich erneut ins eiskalte Wasser stürzt. Die Stimmung in der Sauna kann sich innerhalb kurzer Zeit von vollkommen gelassen zu ausgelassen und lautstark wandeln. Es gilt als höflich, heikle oder kontroverse Themen in der Sauna zu vermeiden, da Streit in diesem Rahmen verpönt ist. Sie können sich auch über die finnische Sauna-Etikette informieren, um weitere Einzelheiten zu erfahren.

Wo kann man Winterbaden?

Winterbaden wird in der kalten Jahreszeit an unzähligen Orten in ganz Finnland angeboten. In größeren Städten gibt es mitunter mehrere Orte, an denen man die Kombination aus Sauna und Eisloch für nur ein paar Euro pro Woche oder an mehreren Tagen in der Woche erleben kann. Neben Gemeinden und Städten unterhalten verschiedene Winterbadevereine Eislöcher und gemeinsame Stege, wo man sich während der kältesten Zeit des Jahres ins eisige Wasser begeben und anschließend in der Sauna aufwärmen kann.

Informieren Sie sich über Winterbademöglichkeiten in Helsinki

Finnland verfügt tatsächlich über hervorragende Bedingungen für das Winterbaden, dank seiner zahlreichen Seen, Flüsse und Meeresküsten, die sich von Süden bis in den Norden durch das ganze Land erstrecken. Ein Eisloch wird am häufigsten mithilfe einer Pumpe offengehalten, die Wasser an der Oberfläche in Bewegung hält, sodass es nicht zufriert – selbst wenn der Rest des Gewässers unter Eis- und Schneeschichten verborgen liegt. Darüber hinaus führen Stufen hinunter zum Eisloch, die es den Schwimmern ermöglichen, sicher ins kalte Wasser zu gelangen – vorausgesetzt, sie achten auf mögliche Eis- und Rutschgefahr auf dem Steg und den Stufen.

Wie man Winterbaden sicher ausprobieren kann

Wer zum ersten Mal Winterbaden ausprobieren möchte, empfindet dies möglicherweise als einschüchternd. Mit der richtigen Herangehensweise und ein paar Tipps kann es jedoch sicher gelingen.

Machen Sie sich mit organisierten Terminen vertraut. In vielen Orten gibt es regelmäßige Winterbade-Treffen, an denen jeder teilnehmen kann. Es ist ratsam, zunächst an solchen öffentlichen Treffen teilzunehmen, bei denen stets erfahrene Schwimmer anwesend sind. Sie können Ihnen wertvolle Hinweise geben, wie Sie auf sichere und ruhige Weise ins Eisloch steigen. Als Sicherheitsmaßnahme (und in vielen Regionen ist es eine feste Regel) sollten Sie niemals alleine zum Winterbaden gehen – nehmen Sie zumindest eine Begleitperson mit, die Sie vom Steg aus beobachtet und sich vergewissert, dass Sie aus dem Wasser und zurück in die Wärme gelangen. Bei öffentlichen Winterbade-Terminen ist das automatisch gewährleistet, da immer andere Menschen in der Nähe sind.

Wichtige Ausrüstung fürs Winterbaden

Bringen Sie auf jeden Fall einen Badeanzug, ein Handtuch, gegebenenfalls einen Bademantel, etwas zu trinken, warme Kleidung für danach und idealerweise geeignetes Schuhwerk für den Weg zwischen Sauna und Eisloch mit.

  • Badeanzug: Erforderlich, es sei denn, Sie nutzen ein privates Eisloch, in dem Nacktbaden gestattet ist.
  • Badeschuhe (oder zumindest Hausschuhe): Nicht unbedingt vorgeschrieben, aber Neopren-Badeschuhe steigern den Komfort erheblich. Der Steg kann bei kaltem Wetter rutschig sein, und rutschfeste Sohlen beugen Unfällen vor. Außerdem schützen sie die Füße vor rauen oder schmirgeligen Oberflächen und spenden etwas Wärme für die Füße – die als erstes und als letztes mit dem Wasser in Kontakt kommen.
  • Neoprenhandschuhe: Ebenfalls nicht zwingend nötig, aber besonders in kälteren Perioden angenehm. Sie schützen die Hände vor eisigen Geländern und halten sie im Wasser etwas wärmer.
  • Mütze oder Saunahut: Einige Menschen ziehen es vor, beim Winterbaden eine Kopfbedeckung zu tragen, um ihren Kopf warmzuhalten.
  • Trinkwasser: Ausreichend Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, da häufige Saunagänge für unbemerkt hohe Schweißverluste sorgen.
  • Handtuch, aus naheliegenden Gründen!
  • Zusätzlich warme Kleidung: Unverzichtbar, damit Ihnen auf dem Heimweg nicht zu kalt wird.

Was man an der Winterbade-Stelle tun sollte

In verschiedenen Winterbadeorten kann es durchaus leichte Unterschiede in den Abläufen geben. Zögern Sie daher bei Ihrer Ankunft nicht, nachzufragen, wie man es hier handhabt. In der Regel helfen Ihnen die anderen Besucher gerne weiter. Nachfolgend finden Sie jedoch eine allgemein übliche Anleitung.

• Kommen Sie rechtzeitig zur Anlage und entrichten Sie eventuelle Eintrittsgebühren, entweder indem Sie Bargeld in die Sammelbox werfen oder eine digitale Zahlung leisten.
• Gehen Sie in die Umkleideräume – getrennt für Damen und Herren – ziehen Sie sich um und verstauen Sie Ihre Kleidung und andere Gegenstände ordentlich an den dafür vorgesehenen Plätzen. Versuchen Sie, Ihre Sachen nicht zu weit auszubreiten, da der Platz mitunter begrenzt sein kann. Es ist gut möglich, dass es keine abschließbaren Fächer für Ihre Wertsachen gibt. Um auf Nummer sicher zu gehen, lassen Sie Ihre wertvollsten Gegenstände am besten in Ihrer Unterkunft.
• Gehen Sie weiter zum Duschbereich, wo Sie sich waschen und Ihren Badeanzug anziehen können, zusammen mit jeglicher zusätzlicher Winterbade-Ausrüstung, die Sie mitgebracht haben.
• Viele Menschen wärmen sich zuerst in der Sauna auf und gehen dann zum Eisloch. Andere gehen direkt aus der Umkleide zum Eisloch, bevor sie zum ersten Mal in die Sauna gehen – das ist reine Geschmackssache.
• Gehen Sie in Ruhe zum Eisloch und beobachten Sie, was die anderen tun. Die meisten gehen im Badeanzug und mit Bade- oder Hausschuhen von der Sauna zum Eisloch, aber einige legen für die kurze Strecke lieber ein Handtuch oder einen Bademantel um.
• Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Eisloch zu genießen. Manche Menschen steigen über die Treppe ins Wasser, tauchen schnell einmal unter und gehen sofort wieder an Land, um zurück in die Sauna zu gehen. Andere bleiben eine Minute oder länger im Wasser, ob sie nun still stehen oder ein wenig schwimmen. Wenn Sie vor dem Aussteigen Ihre Atmung beruhigen können, umso besser – hören Sie jedoch immer auf Ihren Körper und zwingen Sie sich nicht, länger zu bleiben, falls Sie sich unwohl fühlen. Ein gängiger Rat ist, lieber mehrere kurze Tauchgänge zu machen, anstatt einen zu langen.
• Tauchen Sie Ihren Kopf nicht vollständig unter Wasser und springen Sie schon gar nicht kopfüber ins Eisloch. Dennoch kann es erfrischend sein, sich nach einem ruhigen Abstieg ins Eisloch etwas eiskaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen oder zu wischen. Verzichten Sie außerdem auf Laufen oder Hast, da sowohl im Saunabereich als auch auf dem Steg Rutschgefahr besteht. Generell gehört Eile weder zum Winterbaden noch zur Saunakultur.
• Das beste Gefühl stellt sich oft nach dem Verlassen des Wassers ein, wenn der Körper beginnt, wieder warm zu werden – noch bevor Sie zurück in die Sauna gehen. Sie werden dieses Gefühl erkennen, sobald es eintritt.
• Wiederholen Sie den Zyklus aus Winterbaden und Sauna so oft Sie möchten. Es ist durchaus üblich, dieses Ritual ein bis zwei Stunden oder sogar länger fortzuführen, besonders wenn die Sauna nicht überfüllt ist und es keine Eile gibt, anderen Platz zu machen.
• Duschen Sie sich zum Schluss noch einmal ab, ziehen Sie sich an und brechen Sie auf. Verwenden Sie heißes Wasser nur sparsam, damit für alle genug bleibt.

Der Artikel wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt.

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