Die wunderschönen mittelalterlichen Kapellenruinen von Lemböte auf Åland
Etwa 20 Autominuten von Mariehamn entfernt liegen die reizvollen Ruinen der Kapelle von Lemböte, wunderschön am Meer in einer stillen Waldlandschaft gelegen. Die mittelalterliche Kapelle wurde stilvoll restauriert, und auch heute finden dort im Sommer noch Gottesdienste und andere Veranstaltungen statt. Besucherinnen und Besucher können die Stätte selbstständig erkunden, und obwohl die Kapelle in der Regel geschlossen ist, lässt sich durch die eisernen Gitter der Tür gut ein Eindruck des einschiffigen Innenraums gewinnen. Wir besuchten den Ort in der stillen Ruhe des Novembers.
- Lage auf der Karte
- Gehstrecke: ca. 700 m / einfache Strecke
- Barrierefrei: nein
- Feuerstelle: nein
- Anreise mit dem Auto: Parkplatz gleich am Beginn der Straße Kapellstigen, ausgeschildert von der Lemlandsvägen.
- Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: nicht möglich
Wir verbrachten ein stilles Novemberwochenende auf der Hauptinsel Ålands, die beinahe menschenleer wirkte. Wir waren am Freitagnachmittag angekommen, und als der Sonntagmorgen – unser Abreisetag – kam, wollten wir vor der Fährfahrt kurz nach Mittag noch einen kleinen Ausflug unternehmen. Auf dem Weg nach Långnäs fiel mir ein Wegweiser zur Lemböte-Kapelle auf. Wir beschlossen, dort Halt zu machen.
Die kurvenreiche Straße schlängelte sich durch die Novemberlandschaft und an hübschen Höfen vorbei. Åland-Flaggen flatterten an den Fahnenmasten zum Vatertag, und vor einem Haus starrten uns zwei große Katzen missbilligend an, als wir langsam vorbeifuhren. Mein Mann, ein leidenschaftlicher Katzenfreund, musste sich wirklich beherrschen, um nicht anzuhalten und mit den pelzigen Fremden Freundschaft zu schließen.
Als es Zeit war, in die Straße Kapellstigen einzubiegen, fanden wir den Parkplatz gleich an der Kreuzung. Von dort sind es etwa 700 Meter bis zur Kapelle. Der Weg folgt dem schmalen und stellenweise schlammigen Kapellstigen fast die gesamte Strecke, nur die letzten hundert Meter führen sanft ansteigend durch den Wald. Ein kurzer Seitenpfad führt zu einem Picknicktisch.

Die einschiffige Kapelle mit bis zu einem Meter dicken Steinmauern stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ich fand das restaurierte Gebäude wunderschön und geschmackvoll gestaltet, mit einem leichten Duft von Teer, der noch in der Luft lag. Im Sommer finden hier weiterhin Gottesdienste statt.

Mittelalterliche Seefahrerkapelle von Lemböte
- Die Seefahrerkapelle von Lemböte wurde im Mittelalter erbaut, als Lemböte ein Zwischenstopp auf der alten Schifffahrtsroute zwischen Dänemark und den baltischen Ländern war.
- Die Lage von Lemböte war günstig und bot drei geeignete Anlegestellen für Boote.
- Seefahrer konnten hier ausruhen, in der Kapelle beten und möglicherweise Opfergaben für eine sichere Reise darbringen.
- Die Kapelle besteht aus einem einzigen Raum von etwa 7 x 3,5 Metern, mit fast einem Meter dicken Mauern, die überwiegend aus Graustein errichtet wurden.
- Die Ruinen der Kapelle von Lemböte wurden im Jahr 1892 restauriert.
- Das Gelände steht unter gesetzlichem Schutz.
Die Kapelle ist von einem weitläufigen Hof umgeben, der durch eine niedrige Steinmauer aus Natursteinen eingefasst ist. Hinter der Mauer breitet sich ein schöner Kiefernwald aus. Die Fülle an Steinen und die niedrige, raue Waldlandschaft – typisch für das Schärengebiet – erinnerten mich an Lappland, zumal weit und breit kein Mensch zu sehen war und die Stille vollkommen war.

Die Informationstafel vor Ort erklärt, dass Lemböte früher von mehreren Anlegestellen aus mit dem Boot erreichbar war und im Mittelalter ein beliebter Zwischenstopp für Seefahrer auf dem Weg zwischen Dänemark und dem Baltikum war. Die Kapelle ist dem heiligen Olav geweiht und Teil der St.-Olav-Wasserweg-Pilgerroute.
Unabhängige Besucher können die Kapelle in der Regel nicht betreten, doch die große vergitterte Tür an einem Ende ermöglicht einen guten Blick ins Innere.



Wir verbrachten dort einen friedlichen Moment, nur wir zwei. Kein anderer Mensch war zu sehen, und die Kreuzung mit den Katzen lag längst hinter uns. Durch die Bäume konnten wir das Meer erblicken, und auf der anderen Seite der Bucht sahen wir Mariehamn.
Tipp! Sparsam wie ich bin, hätte ich beinahe den Fehler gemacht, ohne Auto auf die Insel zu fahren. Zum Glück schlug mein Vater vor, ein paar Dinge zu überprüfen – und es stellte sich heraus, dass es zu dieser Jahreszeit, da kaum jemand nach Åland reist, fast halb so teuer war, unser Auto mitzunehmen, als es auf einem kostenpflichtigen Parkplatz im Hafen von Turku stehen zu lassen. Ein Auto auf der Insel zu haben, bedeutet große Freiheit: Man kann so viel mehr sehen und erleben als nur Mariehamn.

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Siehe auch
Kyrkor.ax (Viele Informationen über die Lemböte-Kapelle auf Englisch)




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