Novemberwanderung vom Naturzentrum Haltia rund um den See Orajärvi im Nuuksio-Nationalpark, Espoo
Vom finnischen Naturzentrum Haltia aus lassen sich nicht nur kurze, leicht zugängliche Nahwanderwege erreichen, sondern auch die eher wild anmutenden Teile des Nuuksio-Nationalparks, etwa die Gegenden rund um den Urja- und den Orajärvi. In diesem Abschnitt des Parks gibt es keine markierten Routen, daher benötigt man sowohl gute Kartenlesefähigkeiten als auch eine ruhige, überlegte Herangehensweise – oder einen Wildnisführer. An einem Mittwochmorgen machten wir uns zunächst von Haltia auf den Weg zur Solvalla-Rundan-Runde und folgten von dort einem kleineren, sich stetig verengenden Waldpfad in Richtung Orajärvi.
- Startpunkt (Haltia) auf der Karte;
- Unmarkierte Rundstrecke im Gelände, ca. 9 km
- Feuerstelle: öffentliche Kota-Schutzhütte am Veranstaltungsfeld von Haltia, keine Feuerstellen entlang der Runde
- Barrierefrei: nein
- Anreise mit dem Auto: großer Parkplatz vor dem finnischen Naturzentrum Haltia, Adresse: Nuuksiontie 84, Espoo
- Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus 245 ab Espoo Centre, Haltestelle Haltia/Solvalla
Der betreffende Mittwochmorgen im November begann mild und grau. Auf der Fahrt nach Haltia war die Windschutzscheibe unseres Autos von so dichtem Nebel getroffen worden, dass dieser zeitweise in echten Regen überging. Ich war mit meinem Mann unterwegs, und in Haltia wollten wir meine Freundin und Finland, Naturally Experiences-Kollegin Kirsi treffen, mit der wir gemeinsam in die Natur des Nuuksio-Nationalparks aufbrechen würden.
Auf dem Parkplatz von Haltia gab es reichlich Platz, und just in dem Moment, als wir das Auto abgestellt hatten, fuhr der Bus aus Espoo Centre an der Haltestelle Haltia ein. Eine Schulklasse, die zum Naturzentrum wollte, sowie einige meiner Kolleginnen und Kollegen stiegen aus – darunter Kirsi und unsere für internationale Kundschaft zuständige Kollegin Laura. Sie wechselten ein paar Worte mit uns und versicherten uns, dass der Orajärvi ein wunderbares Ziel sei, das sich wirklich lohne – vorausgesetzt, man kann Karten lesen und tut dies auch, denn auf den kleinen Wegen der Umgebung gibt es keinerlei Ausschilderung oder Markierungen. Bevor wir in den Wald aufbrachen, legten wir im Naturzentrum eine kurze Pause ein.

Als wir schließlich alle bereit waren, stiegen wir den steilen Hügel gegenüber von Haltia hinauf bis zum Hof des Solvalla-Sportinstituts. In einer Ecke des Hofs fanden wir den Ausgangspunkt der verschiedenen Routen samt Informationstafeln. Ich hatte zur Sicherheit Bildschirmfotos der topografischen Karte auf meinem Handy gespeichert, falls das Mobilnetz in manchen Waldabschnitten nicht funktionieren würde – doch im Laufe des Tages zeigte sich, dass unsere Echtzeitposition in diesem Gebiet über die ganze Strecke hinweg zumindest recht zuverlässig angezeigt wurde. Im Nuuksio funktioniert das Mobilnetz allerdings keineswegs überall, daher sollte man das Kartenlesen ernst nehmen, wenn man abseits des weitläufigen markierten Routennetzes des Nationalparks unterwegs sein möchte.
Im Winter gleiten auf der Solvalla Rundan ausschließlich Skifahrer dahin. In der schneefreien Jahreszeit ist der Weg breit, fest und trocken – und obwohl wir nur einen Teil davon gingen, mussten wir zahlreiche Anstiege erklimmen und ebenso viele wieder hinabsteigen. Kurven und Steigungen gab es auf der gesamten Strecke! Zum Glück hatten wir ausreichend Trinkwasser dabei. Anderen Wanderern begegneten wir zu dieser Zeit nicht, doch wir hielten kurz inne, um einige Kohlmeisen zu bewundern, die sich mit schrillen Rufen ganz nah heranwagten.
Schnelle Tipps für einen Besuch im Nuuksio-Nationalpark
- Holt euch vor Beginn eurer Tour Wandertipps beim Besucherservice von Haltia.
- Wenn ihr euch beim Kartenlesen im Wald unsicher fühlt, bucht eine geführte Tour ab Haltia oder wählt einen der markierten Wege im Nuuksio.
- Tragt wasserdichtes Schuhwerk und dem Wetter entsprechende Kleidung.
- Nehmt genügend Trinkwasser mit – das Gelände ist hügelig.
- Leiht bei Bedarf Ausrüstung direkt im Naturzentrum Haltia.
Als es schließlich Zeit wurde, die Solvalla Rundan zu verlassen und in Richtung Orajärvi abzubiegen, tauchte ein breiter, stellenweise schlammiger Waldweg unter unseren Füßen auf. Manchmal gingen wir auch über blanken, trockenen Fels, doch wasserdichte Schuhe erwiesen sich auf dieser Tour als absolut unverzichtbar. Wir achteten sehr darauf, nicht auf Baumwurzeln zu treten, denn sie waren durch die Nässe extrem rutschig.
Unser Weg führte uns zügig durch den Wald, bis wir wenig später den Orajärvi erreichten.

Wir entschieden uns, den See im Uhrzeigersinn zu umrunden, damit wir nach fast abgeschlossener Runde in Richtung des kleinen Teiches Karjakaivo abbiegen und von dort unseren Rückweg nach Haltia antreten konnten. So würden wir die Strecke nahezu vollständig als Rundtour gehen, ohne dieselben Abschnitte hin und zurück laufen zu müssen.
Die Wälder rund um den Orajärvi waren von Feuchtigkeit durchtränkt. Die Moose auf Felsen und Klippen leuchteten in tiefen Grün- und Rottönen und schienen das von Nebel und Regen gebrachte Wasser förmlich auszuscheiden. Der Pfad, der den See umrundet, war hingegen größtenteils trocken. Auf dem See herrschte vollkommene Stille; nur eine Schellente schwamm auf der offenen Wasserfläche.

Es war wunderbar, einen völlig unerschlossenen Waldsee zu umrunden. Oft habe ich mich gefragt, wie das gesamte Gebiet Helsinkis aussähe, wenn es keine Menschen gäbe – vielleicht gibt dieser Ort einen kleinen Eindruck davon.

Entlang des Pfades entdeckten wir mehrere felsige Stellen am Ufer, von denen aus man leicht ins Wasser gehen könnte. Anderswo wurde das Ufer von weichen Moospolstern und Sumpfporst dominiert. Ich bemerkte eine kleine Bucht mit Seerosen, zu der ich im Sommer zum Schnorcheln zurückkehren könnte. Das Wasser des Sees ist klar genug dafür, und kleine Buchten mit Seerosen gehören zu meinen Lieblingsplätzen, um die Unterwasserwelt zu erleben. Seerosen machen die Szenerie unter der Oberfläche stets schön und spannend – und oft sieht man zwischen ihnen auch Fische.


Wir wussten, dass es auf der Strecke keine Feuerstelle gab, und hatten Proteinshakes sowie andere Snacks dabei, die sich ohne Weiteres essen ließen. Doch inzwischen waren wir schon eine ganze Weile unterwegs, und der Gedanke an das Buffet des Restaurants Haltia ließ uns nicht mehr los. Ich beschloss, dass ich nach der Wanderung auf jeden Fall hingehen und mich richtig satt essen würde.

Als wir bereits den größten Teil der Seerunde hinter uns hatten, war es Zeit, das offene Wasser hinter uns zu lassen und in den Schutz des Waldes einzutauchen. Laut topografischer Karte zweigten an der südlichsten Bucht des Orajärvi vier verschiedene Pfade ab, doch wir mussten eine ganze Weile überlegen, bevor wir das Gefühl hatten, auf dem richtigen Weg zu sein. Die Wege auf der Karte schienen nicht mit dem übereinzustimmen, was wir im Gelände sahen, und die auf der Karte angezeigte Position half ebenfalls nicht weiter. Vielleicht hätten wir unseren Wildnisführer-Kollegen Joel mitnehmen sollen, für den das Führen von Menschen im Gelände des Nuuksio zum Alltag gehört!

Nach kurzem Zögern entschieden wir uns für einen der mittleren Pfade – eine Wahl, die sich letztlich als gut herausstellte. Ein moosiger, geschützter Fichtenwald wie aus einem Märchen empfing uns in einem majestätischen Gelände, in dem hohe Felsen und umgestürzte Bäume das Bild bestimmten. Stille lag über den Wellen des Karjakaivo-Teichs und der kleinen, etwas abseits liegenden Bucht namens Lehmänämpäri, doch unsere Aufmerksamkeit galt vor allem der eindrucksvollen Felswand.
Übrigens sind die Namen der Gewässer auf Finnisch recht amüsant. Der größere bedeutet wörtlich „Viehbrunnen“, der kleinere schlicht „Kuhkübel“.

Von Karjakaivo aus schlängelten wir uns weiter zum Meerlammi-Teich und zurück zur Solvalla Rundan. Nach all den schlammigen Wegabschnitten und dem Über- und Unterklettern umgestürzter Bäume fühlte sich das Wandern dort beinahe feierlich an. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass das Gelände auf den kleinen Pfaden deutlich ebenmäßiger gewirkt hatte – erst auf dem breiten Weg standen wir wieder vor kräftigen Auf- und Abstiegen.
Zurück in Haltia zogen wir trockene Kleidung an und stürmten zum Buffet. Einen besseren Abschluss für eine schöne, friedliche, ziemlich lange und ausgesprochen nasse Nuuksio-Wanderung hätte ich mir kaum vorstellen können.
Der Text wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz in die Zielsprache übersetzt.




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