Moosbeeren: Finnlands späte Herbstdelikatesse aus dem Moor

Der Herbst ist in Finnland in vollem Gange. Im Süden haben sich Ahorne und Eichen bereits gelb gefärbt, und der Boden ist mit Birkenblättern bedeckt, die Wind und Regen von den Bäumen gerissen haben. Immer wieder peitscht Regen gegen die Fenster, und in manchen Teilen Finnlands gab es schon die ersten Nachtfröste. Man könnte meinen, die Beerenzeit sei längst vorbei. Doch weit gefehlt: Eine echte Delikatesse der finnischen Beerenwelt erreicht gerade erst ihren Höhepunkt – die Moosbeere.

Heidelbeeren und Himbeeren haben ihre beste Zeit längst hinter sich, und von Moltebeeren fehlt schon lange jede Spur. In den Wäldern gibt es aber noch Preiselbeeren, und draußen in den Mooren beginnt gerade erst die Saison einer herbstlichen Spezialität: der Moosbeere, international als Cranberry bekannt und auf Finnisch karpalo genannt. Die Moosbeeren, die beeindruckend groß werden können, reifen jetzt heran, und der Frost macht sie zumindest ein wenig süßer. Seien wir aber ehrlich: Sauer bleibt diese gesunde Beere trotzdem.

In Finnland wachsen zwei Moosbeerenarten: isokarpalo („große Moosbeere“, Vaccinium oxycoccos) und pikkukarpalo („kleine Moosbeere“, Vaccinium microcarpum). Für Sammler besteht der einzige Unterschied in der Größe. Schon früher wurden Moosbeeren gegen Erkältungen und Fieber eingesetzt. Tatsächlich enthalten sie bis zu doppelt so viel Vitamin C wie Preiselbeeren.

Anders als viele andere essbare Wildbeeren in Finnland wächst die Moosbeere direkt am Boden. Ihre dünnen Stängel kriechen über das Moos, und die Beeren liegen unmittelbar darauf. Je weiter der Herbst voranschreitet, desto röter färbt sich das Moor unter den Beeren, und zwar im selben Tempo, in dem die Beeren selbst reifen und rot werden. Um sie zu entdecken, braucht man also Konzentration und muss tief in die Hocke gehen.

Unreife Moosbeeren in einem üppig grünen Sommermoor …
… und reifende, schon leicht gerötete Moosbeeren in einem Moor in herbstlichen Septemberfarben.
Eine essreife Moosbeere ist tiefrot und fühlt sich leicht federnd an, wenn man sie zwischen den Fingern drückt.

Alles in allem ist das Sammeln von Moosbeeren etwas mühsamer als bei vielen anderen Beeren: Sie wachsen tief, sind oft schwer von ihrer Umgebung zu unterscheiden, das Moor ist ein beschwerliches Gelände, und die Beeren wachsen einzeln, während etwa Preiselbeeren in praktischen Trauben hängen. Trotzdem streife ich um diese Jahreszeit leidenschaftlich gern an Moorrändern entlang und stecke mir hier und da eine Beere in den Mund, auch wenn ich selbst keine Moosbeeren sammle, um sie mit nach Hause zu nehmen. Die Beeren sind oft richtig groß!

Wo man Moosbeeren findet

Moosbeeren gedeihen in offenen Mooren, und am einfachsten und sichersten erreicht man sie über die Moorpfade der Nationalparks. Gute Beispiele sind der Torronsuo-Nationalpark in Südfinnland und der Valkmusa-Nationalpark bei Kotka. Gute Moorpfade gibt es aber auch in unzähligen weiteren Nationalparks, etwa in Teijo, Leivonmäki und Kauhaneva-Pohjankangas.

Torronsuo-Nationalpark.

Zum Glück muss man meist nicht weit gehen. Moosbeeren wachsen oft direkt neben den Bohlenwegen, den hölzernen Stegen, die über die finnischen Moore führen. So kann man sein Gefäß manchmal füllen, ohne das Moor überhaupt zu betreten. Das ist auch ratsam, denn ein Moor ist ein unberechenbarer Lebensraum, vor allem, wenn man damit nicht vertraut ist. Der Boden kann unter einem nachgeben, und unter der Oberfläche kann sich sogar Wasser verbergen. Hineinzufallen wäre gefährlich.

Außerdem verirrt man sich im Moor leicht. Moore sind oft weitläufig und bieten kaum markante Orientierungspunkte. Nach einer Weile eifrigen Beerensammelns sieht jede Richtung gleich aus. Wenn Sie mit einem Guide auf Beerensuche gehen möchten, wenden Sie sich an meine Kolleginnen und Kollegen unter [email protected] und buchen Sie eine geführte Tour für Ihre Gruppe. Beerensammeln ist natürlich nicht das ganze Jahr über möglich, aber vom Sommer bis in den Herbst gibt es reichlich zu ernten: Beeren und gegen Ende des Sommers auch Pilze.

Die Saison dauert, bis der Schnee kommt

Die Moosbeeren reifen Ende September, am besten sind sie aber oft erst im Oktober und November. In den Mooren kann man sie genießen, bis der Schnee sie bedeckt – danach sind sie nicht mehr zu finden.

Der Frost lässt außerdem die Mooroberfläche gefrieren, sodass sie sich etwas leichter begehen lässt. Für kurze Zeit gibt es diesen wunderbaren Moment, in dem das Moor schon leicht gefroren ist, aber noch kein Schnee liegt: die goldene Zeit für Moosbeerensammler.

Sobald der erste Frost die Moosbeeren richtig gepackt hat, werden sie süßer als zuvor. Trotzdem bleiben sie ziemlich sauer. Wegen ihrer Säure sind Moosbeeren eine beliebte Zutat für Konfitüren, Gelees, Säfte und Marmeladen, und sie harmonieren gut mit reichlich Zucker. Für Kuchen verwenden die Finnen meist andere Beeren, vor allem Heidelbeeren, Preiselbeeren und manchmal Himbeeren.

Viele Moosbeeren sind auch im Frühjahr noch genießbar, wenn sie wieder unter dem Schnee hervorkommen. Nach der Schneeschmelze sind die Moore allerdings so nass, dass sich zu dieser Jahreszeit nur wenige hineinwagen. Die Moosbeeren, die unter dem schmelzenden Schnee zum Vorschein kommen, sind eher seltene Leckerbissen, auf die ein glücklicher Wanderer zufällig stößt.

Quelle: Luontoportti: Karpalo (auf Finnisch)

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz übersetzt, daher kann die Übersetzung Fehler enthalten.

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