Schnorcheln in der Ostsee – was Sie an Finnlands Küste erwartet
Viele sind überrascht zu erfahren, dass die finnische Küste interessante Möglichkeiten zum Schnorcheln bietet. Obwohl die Ostsee relativ flach und arm an Salz ist, ist ihre Unterwasserwelt vielfältig und auch ohne Tauchausrüstung leicht zu entdecken. Schnorcheln eröffnet Besuchern eine neue Perspektive auf dieses nördliche Meer und macht einen Urlaub am Meer in Finnland noch unvergesslicher.
Die Fotos in diesem Artikel wurden in Hanko sowie auf den Inseln Isokari, Utö und Jurmo aufgenommen.

Die Ostsee im Überblick
Die Ostsee ist eines der jüngsten und flachsten Meere der Welt. Sie ist fast vollständig eingeschlossen und nur über die schmalen Meerengen zwischen Dänemark und Schweden, die sogenannten Dänischen Meerengen, mit dem Atlantik verbunden. Dadurch ist der Wasseraustausch langsam und der Salzgehalt gering. Hier leben sowohl Süßwasser- als auch Salzwasserarten, was ein einzigartiges Ökosystem schafft. Finnlands Küste ist lang und abwechslungsreich – mit flachen Sandstränden, glatten Felsen und Tausenden von Inseln.

Welche Tiere kann man sehen?
Die Ostsee bietet vielleicht keine bunten tropischen Fische, aber ihre kleinmaßstäbige und empfindliche Unterwasserwelt ist faszinierend. Typische Begegnungen für Schnorchler sind:
- Kleine Krebse und Garnelen, wie Schlickkrebse und Ostseegarnelen.
- Dreistachlige Stichlinge, kleine, lebhafte Fische, die oft in Schwärmen in Ufernähe zu sehen sind.
- Ohrenquallen, durchsichtig und elegant im Wasser treibend, völlig ungefährlich für den Menschen.
- Kleine Schlangennadel, lange und schlanke Fische, die Unterwasserpflanzen ähneln und sich gut tarnen.
- Grasnadel, eine ähnliche, aber kantigere und etwas größere Art.



Mit Geduld und genauer Beobachtung offenbart der Meeresboden der Ostsee oft mehr Leben, als man auf den ersten Blick vermuten würde.



Wassertemperatur und Blaualgen
Obwohl Finnland weit im Norden liegt, erwärmt sich das Meerwasser im Sommer auf angenehme Badetemperaturen. Im Juli und August kann die Temperatur in Küstennähe über 20 °C steigen, was das Schnorcheln sehr angenehm macht.

Es ist jedoch wichtig, auf Blaualgen (Cyanobakterien) zu achten. Blaualgen sind keine Pflanzen, sondern Bakterien, die sich bei warmem, ruhigem Wetter rasch vermehren können. Man erkennt sie an grünlich-trübem Wasser mit Flocken oder dicken, farbartigen Schichten auf der Oberfläche. Wenn das Wasser ungewöhnlich grün aussieht oder dichte Algenteppiche hat, ist es nicht sicher zu baden. Blaualgen können Hautreizungen verursachen und sind beim Verschlucken gesundheitsschädlich.

Wasserklarheit in verschiedenen Regionen
Die Klarheit des Wassers in der Ostsee variiert stark je nach Region. In der Nähe von Flussmündungen kann das Wasser bräunlich und trüb sein, während es anderswo überraschend klar ist. Einige der besten Schnorchelgebiete an der finnischen Küste sind:
- Die Bottensee, zum Beispiel die Insel Isokari im Nationalpark Bottensee, wo das klare und kühle Wasser gute Sicht bietet.
- Das äußere Schärenmeer, etwa die Insel Jurmo im Nationalpark Schärenmeer, wo die Unterwasserlandschaft vielfältig ist und die Sicht oft ausgezeichnet.
- Die Halbinsel Hanko, wo die Nähe zur offenen See das Wasser klarer macht als in weiten Teilen des inneren Schärenmeers.



👉 Bitte beachten: Im Sommer ist kein Ort völlig frei von Blaualgen. Die Bedingungen können sich schnell ändern, daher sollte die aktuelle Situation immer geprüft werden, bevor man ins Wasser geht. Wenn Blaualgen vorhanden sind, ist es besser, nicht zu baden.
Sicherheit und praktische Tipps
Bei der Planung eines Schnorchelausflugs sollte man einige Dinge beachten:
- Glatte Felsen können gefährlich rutschig sein. Nasse Algen machen die Oberfläche seifig, und ein unachtsamer Schritt kann zu einem Sturz führen. Wähle den Einstiegspunkt daher sorgfältig und achte darauf, nicht auszurutschen und den Kopf zu stoßen.
- Frag die Einheimischen nach guten Badeplätzen. Bewohner wissen meist am besten, wo die sichersten und angenehmsten Zugänge sind.
- Eine einfache Ausrüstung – Maske und Schnorchel – reicht aus, doch an vielen Orten sind Badeschuhe hilfreich, um das Ausrutschen zu vermeiden und die Füße vor felsigem oder unebenem Grund zu schützen.

Schnorcheln an der finnischen Küste der Ostsee ist ein einzigartiges Erlebnis, das eine unmittelbare Begegnung mit diesem besonderen Meer ermöglicht. Zwar gibt es keine bunten Korallenriffe, doch entdeckt man feine und überraschende Details – kleine Fische, Krebse und Quallen, die von dem empfindlichen Ökosystem der Ostsee erzählen. Unter den richtigen Bedingungen, mit Bewusstsein für Blaualgen und einem vorsichtigen Umgang mit der Sicherheit, bietet die Ostsee einen unvergesslichen Einblick in das nördliche Unterwasserleben.


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