Reiseziel Vöyri – Heimatort der aus dem Eurovision Song Contest bekannten Band KAJ in Finnland! Teil 1 von 4
Artikel: Mari und Mika Leijo
Die Gemeinde Vöyri und ihre Umgebung bieten eine wunderbar vielfältige Region für Naturliebhaber. Wir konnten nur an der Oberfläche dessen kratzen, was die Gegend zu bieten hat, obwohl wir dort eine ganze Woche vom 7. bis 14. Juni 2025 verbrachten. Mehr als ein Dutzend Wanderwege blieben uns dennoch verborgen! Doch während dieser Woche konnten wir viele schöne Orte genießen, die ich in dieser Artikelserie vorstellen werde. Dazu gehören die prähistorische Stätte Vitmossen, der Küstenwanderweg auf Västerö, das malerische Eisenwerk Kimo und der landschaftlich reizvolle Pfad bei Kovik.
Für Juni stand uns eine Sommerurlaubswoche bevor, jedoch ohne festes Reiseziel. Dann tauchte immer wieder eine Musikgruppe namens KAJ in den Schlagzeilen auf. Offenbar stammen die Bandmitglieder aus Vöyri, oder auf Schwedisch Vörå. Was für ein Ort mag das sein? Auf der Website Visit Vöyri fand ich eine Liste der örtlichen Wanderwege. Die schiere Länge dieser Liste war beeindruckend – und so stand unser Urlaubsziel fest.
Schnelle Fakten!
- Die Gemeinde Vöyri (Vörå) ist zweisprachig: 81,5 % der Bevölkerung sprechen Schwedisch als Muttersprache, 11,8 % Finnisch.
- Finnland gehörte 700 Jahre lang zum Königreich Schweden.
- Vöyri hat auch seinen eigenen lokalen Finnlandschwedischen Dialekt.
- KAJ ist also eine finnische Band aus einer Stadt, in der die Mehrheit Schwedisch als Muttersprache spricht.
- Im Jahr 2025 vertraten sie Schweden beim Eurovision Song Contest mit dem Lied Bara Bada Bastu.
Tag 1
Unterwegs: Nationallandschaft Kyrönjoki und Kaavontönkkä
13 km von Vöyri
- Kirche von Vähäkyrö auf der Karte
- Kaavontönkkä auf der Karte
- Adresse: Kaavontönkkä, Vaasa
- Fußweg zur Grabstätte: 120 m pro Strecke
- Grill- und Badestelle im Gebiet Kirkkolammi
Wir fuhren am Samstagmorgen aus der Region Pirkanmaa los – rund 250 km lagen bis Vöyri vor uns. Für unsere Nachmittagskaffeepause fanden wir einen charmanten Ort im Café Kanttorila in Vähäkyrö, das im Sommer geöffnet ist.
Das rund 200 Jahre alte Kanttorila liegt auf dem Kirchhügel am Ufer des Flusses Kyrönjoki und teilt sich den Hof mit dem Klempnermuseum. Der 200 km lange Kyrönjoki mit seinen umliegenden Feldern gehört zu den 27 Nationallandschaften Finnlands, und der Kirchhügel von Vähäkyrö ist ein national bedeutendes gebautes Kulturerbe. Bei unserer Ankunft war der Parkplatz an der Kirche voll besetzt – und wir erfuhren schnell, warum: Ein Schild kündigte einen Wikingertag an. Nach Kaffee und Leckereien machten wir uns auf den Weg, um Kaavontönkkä im Erholungsgebiet Kirkkosaari zu finden.

Ein Wegweiser zum Ort befindet sich auf dem Parkplatz am Badesteg von Kirkkosaari, neben einem alten Tanzpavillon (Adresse: Kaavontönkkä, Vaasa). Der Fußweg beträgt etwa 120 Meter. Ein klarer, aber geheimnisvoller Pfad führt unter hohen Fichten hindurch. Im schattigen Wald baut sich eine gespannte Erwartung auf – was mag hier wohl warten?

Kaavontönkkä ist eine bedeutende eisenzeitliche Grabstätte. Sie umfasst ein Brandgräberfeld und ein Bootsgrab aus der Wikingerzeit. Neben Hunderten von Eisennieten des Bootes wurden als Grabbeigaben Klingenwaffen, Werkzeuge und Schmuck gefunden. Unter den verkohlten Überresten im Brandgräberfeld entdeckte man mehrere Bärenkrallen zusammen mit menschlichen Knochen – möglicherweise ein Hinweis darauf, dass die Verstorbenen in Bärenfelle gehüllt wurden, bevor sie auf den Scheiterhaufen gelegt wurden.

Dieser Ort war schon lange ein Platz des Zusammenkommens und des Innehaltens. Hier nahmen die Menschen einst Abschied, um ihre Lieben ins Jenseits zu geleiten. Wie mögen sie ausgesehen haben? Wie kleideten sie sich zu Beerdigungen, wie zeigten sie Trauer, wie spendeten sie Trost? Gab es danach ein Fest – und wenn ja, wie mag es gewesen sein? Wo und wie lebten jene, die hier Bestattungen abhielten, wie sah ihr Alltag aus? Geschichte hat mich in der Schule nie interessiert, doch dieser Ort weckt eine Neugier, die die Informationstafel nur noch verstärkt.

In der Nähe von Kirkkolammi gibt es außerdem einen kurzen Wanderweg, eine Grillstelle und einen Badesteg, an dem man im Kyrönjoki schwimmen kann – jedoch sollte man die Strömung beachten.


Dorf Tuckor und unsere Unterkunft im Lillstugans Gästhem
Von Vähäkyrö waren es noch einmal 13 km bis ins Zentrum von Vöyri, wo wir einen Halt zum Einkaufen einlegten. Von dort ging es weitere etwa 8 km entlang der Vöyrintie-Straße ins Dorf Tuckor zu unserer Unterkunft Lillstugan, wo wir gegen 16 Uhr eintrafen.
Unsere Basis erwies sich als ein wunderschön restauriertes und geschmackvoll eingerichtetes, etwa hundert Jahre altes ostbottnisches Haus. Im Erdgeschoss befinden sich eine geräumige Küche mit Esszimmer, ein großes Badezimmer und ein Einzelzimmer. Im Obergeschoss gibt es zwei Doppelzimmer. Zum Grundstück gehörte eine nagelneue Sauna, die wir jederzeit nach Belieben nutzen konnten.
Die freundlichen Gastgeber wohnten auf demselben Hof, auf dem sich auch einige Katzen, Hühner und ein Hahn frei bewegten. Diese idyllische Unterkunft am Rande offener Felder war ein friedliches Nest – ein perfekter Ort, um nach einem Erkundungstag zurückzukehren. Unseren ersten Abend verbrachten wir mit Kochen und dem Genuss der Sauna.


Tag 2
Die Holzkirche von Vöyri
- Kirche auf der Karte
- Lotlaxintie 36, Vöyri
Die Kirche von Vöyri ist die älteste noch aktiv genutzte Holzkirche Finnlands. Sie wurde 1626 fertiggestellt, und zur Vorbereitung auf die 400-Jahr-Feier im Herbst 2026 wird die Kirche in den kommenden 14 Monaten renoviert.
Wir besuchten sie zufällig am letzten Tag vor der Schließung, und nutzten die Gelegenheit, das Kircheninnere noch vor Beginn der Renovierungsarbeiten zu sehen. Die Kirche hat einen spitzen, über 40 Meter hohen Turm, der schon von weitem sichtbar ist.

Mühle von Rökiö
- Standort auf der Karte
- Lotlaxvägen 9, Vöyri
Am nahegelegenen Fluss von Vöyri fiel uns ein großes Gebäude auf – es stellte sich als die Mühle von Rökiö heraus. Der Mühlenbetrieb begann dort 1923 und endete 1986.
Heute befindet sich die Mühle im Besitz des Bibliotheksvereins Rökiö, der in dem Gebiet verschiedene Aktivitäten organisiert. Auf dem Hof gibt es ein Boulefeld, im Obergeschoss des Mühlenhauses ein Fotomuseum mit Werken des lokalen Fotografen Hägglund und im Mühlengebäude eine landwirtschaftliche Ausstellung.

Zu Mittag aßen wir im Elsas Kök, das sich auf dem Campus Norrvalla befindet. Dort gibt es auch Finnlands einzige schwedischsprachige Sportoberschule sowie ein Kurs- und Lagerzentrum, ein Hotel, eine Schwimmhalle, ein Fitnessstudio und eine Minigolfanlage.
Wanderweg Boberget
- 6,7 km langer Rundweg
- Zwei Unterstände mit Feuerstellen
Ein Wanderweg zum Boberget beginnt auf dem Sportcampus hinter der Windmühle. Wir hatten auf dieser Reise keine Gelegenheit, ihn auszuprobieren. Der Weg ist ein 6,7 km langer Rundkurs mit mehreren Abkürzungen, die es ermöglichen, die Strecke zu verkürzen. An den beiden entgegengesetzten Enden der ovalen Runde gibt es zwei überdachte Rastplätze mit Feuerstellen. Hier finden Sie eine Karte der Boberget-Route.

Die prähistorische Stätte Vitmossen
- Standort auf der Karte
- Kuckusvägen 1148
- Hin- und Rückweg: 1,5 km pro Strecke; außerdem ein 5 km langer Rundweg in der Gegend
Der Regen setzte praktischerweise erst ein, nachdem wir es uns zu einem entspannten Nachmittag gemütlich gemacht hatten. Als er aufgehört hatte, machten wir uns gegen 19 Uhr auf den Weg, um das nahegelegene Vitmossen zu erkunden. Von der Kuckusvägen zweigt eine beschilderte Straße ab, und am Straßenrand gibt es Platz für ein paar Autos. Der Ausgangspunkt war nur eine kurze Autofahrt von unserer Unterkunft entfernt.


Vitmossen beherbergt eine der ältesten entdeckten Siedlungen Finnlands, die aus der frühen Bronzezeit stammt. Der kürzeste Weg zur Stätte beträgt 1,5 km, also insgesamt 3 km hin und zurück. Außerdem gibt es in der Gegend einen 5 km langen Rundweg.
Der erste Teil des Pfades ist breit und eben und führt zu einer Lichtung, auf der sich eine Nachbildung einer Wohnstätte aus Stein- und Bronzezeit befindet. Auf der Lichtung gibt es auch hölzerne Wölfe und Bären – zum Glück nur geschnitzte – sowie einen Platz für eine kleine Pause.


Von dort wird der Pfad schmaler, bleibt aber gut erkennbar. Der erste Abschnitt verläuft über flechtenbewachsene Felsen, bevor er in den Wald führt.

Vom Regen noch feucht, schlängelt sich der rötliche, mit Kiefernnadeln bedeckte Pfad reizvoll durch Unterholz, das im Frühsommergrün leuchtet.

An der prähistorischen Siedlungsstätte informiert eine Tafel darüber, dass in der Gegend Dutzende vorgeschichtliche Gräber und Siedlungsspuren gefunden wurden. Bei den Ausgrabungen kamen Tonscherben und Knochenfragmente zum Vorschein, größtenteils von Robben. Heute liegt die Stätte 40 Meter über dem Meeresspiegel, doch während der Stein- und Bronzezeit (ca. 1500–1200 v. Chr.) befand sie sich direkt an der Küste.
Die Funde deuten darauf hin, dass dieser Ort über mehrere Generationen als fester Wohnsitz diente, wobei die Bewohner ihren Lebensunterhalt mit Fischfang, Robbenjagd und Vogeljagd bestritten.

Eine Übersichtskarte und kurze Beschreibungen dieser und weiterer Wanderwege in Vöyri finden Sie auf der Seite Vöyri Hiking Trails.
Die St.-Olav-Küstenroute in Vöyri
Als wir zum Auto zurückkehrten, bemerkte ich, dass die St.-Olav-Küstenroute ebenfalls hier vorbeiführt. Der nördliche Zweig führt von Kokkola nach Vaasa, während die südliche Route von Siipyy nach Vaasa verläuft, von wo aus man eine Fähre nach Schweden nehmen und dem Olavsweg quer durch Schweden bis nach Trondheim in Norwegen folgen kann.
Ich bin den Olavsweg bereits von Turku bis Eckerö auf Åland und von Åre in Schweden bis Trondheim in Norwegen gewandert. Diesen Abschnitt an der Küste Österbottens würde ich eines Tages ebenfalls gerne ausprobieren.

Im nächsten Teil der Vöyri-Artikelserie berichte ich von unserer Zeit auf dem Küstenwanderweg bei Västerö und unserem Besuch im Herrenhaus Tottesund.
Der Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt.




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