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Dem Montagsfrust die Stirn bieten: Dagmars Quelle und der Park am Meer

Während der Spätsommer über die Küste zieht und in vielen finnischen Haushalten der Alltag wieder eingekehrt ist, wird es an einem Wanderziel nach dem anderen erneut still. Zu dieser Jahreszeit lässt sich selbst der belebteste Ort des Sommers wieder in Ruhe erleben, während das Wetter noch seinen warmen, milden Charakter bewahrt. Wir machten uns an einem Montag auf den Weg zum Dagmarpark, einen Steinwurf von Tammisaari (Ekenäs) entfernt. Den ganzen Ort hatten wir für einen friedlichen Morgen in der Natur ganz für uns allein.

Dagmarpark

  • Standort auf der Karte
  • Weg zur Quelle: 800 m pro Strecke, dazu zahlreiche weitere Pfade in der Umgebung
  • Feuerstelle: nein
  • Barrierefrei: teilweise
  • Anreise mit dem Auto: Parkplatz an der Leksvallintie
  • Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: nicht möglich

Montagmorgen sind wirklich nicht mein Ding. Auch wenn ich einen wunderbaren Job habe und meine Wochenenden mich einigermassen gesund erholt zurücklassen, ist meine Stimmung am Montagmorgen einfach nicht die sonnigste. Als also ausgerechnet an diesem Tag unsere gemeinsame Morgenwanderung mit den Kolleginnen und Kollegen anstand, machte ich mir zunächst Sorgen, den anderen mit meiner grauen Energie den Ausflug zu verderben. Doch wie zu erwarten war, löste sich der Montagsfrust fast in dem Moment auf, als ich aus dem Auto stieg und mitten in den Wald trat – aufgelöst in der frischen Kiefernluft.

Wir waren am Parkplatz des Dagmarparks angekommen, und um uns herum breitete sich eine wunderschöne Waldlandschaft aus, noch feucht und duftend kühl von der vergangenen Nacht. Da ich noch nie zuvor hier gewesen war, hatte ich den Vorteil des Neulings: Für mich war alles neu.

Sonnenlicht fiel durch Lücken in den Wolken und zwischen den Kiefern hindurch auf den Pfad. Ein sanfter Küstennebel lag in der Luft und verlieh den schattigen Ecken des Waldes einen zarten blauen Schimmer. Dort, wo die Sonne den Boden berührte, hob sie die blassen und weinroten Töne der Heidekraut- und bereits herbstlich gefärbten Heidelbeersträucher hervor, das gelbgrüne Moosteppich und die glänzenden, dunkelgrünen Blätter der Preiselbeersträucher mit ihren roten Beeren.

Ein breiter, ebener Weg lud uns zum Weitergehen ein, doch die beinahe magische Stimmung des Waldes verlangsamte immer wieder unsere Schritte. Ab und zu atmete ich mit geschlossenen Augen die Luft ein – unter dem Duft von Kiefern und Spätsommer lag auch ein Hauch von Meer – und kauerte mich hin, um den Waldboden im schönen Gegenlicht zu fotografieren.

Die Hauptattraktion des Dagmarparks ist die Dagmarquelle. Die 1847 geborene dänische Prinzessin Dagmar wurde Kaiserin von Russland und verbrachte hier gerne ihre Ferien. Im Jahr 2017 begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Dagmarparks, als die Fiskars-Gruppe das ihr gehörende Gelände sanierte und es Finnland zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit schenkte.

Wir erreichten die Quelle und lauschten ihrem Plätschern und Murmeln. Das Wasser fiel Stufe für Stufe hinab, und jede kleine Stufe hatte ihren eigenen Klang. Lange beobachtete ich, wie glasklare, eiskalte Tropfen einen Augenblick lang auf der Wasseroberfläche schimmerten, bevor sie sich wieder mit dem Bach vereinten, um ihre Reise zum Meer fortzusetzen. Die Farne und Moose um uns herum waren von einem hypnotisch satten Grün, und meine Augen und Gedanken versanken eine ganze Weile in ihren Details. Am schönsten war es, wenn die Sonne die Quelle traf und das Wasser goldene Lichtkreise auf den feinen Sandgrund zeichnete.

Die ersten Rinnsale der Quelle entspringen weiter oben am Hang, tief im Wald. Von dort führte uns der Pfad entlang des träge mäandernden Bachs hinunter zur Küste. Källviken, die Bucht der Quelle, war wunderschön – ich hatte ihre Schönheit schon vorher auf Fotos gesehen, doch in Wirklichkeit war sie noch einmal auf einem ganz anderen Niveau. Am schönsten war, dass wir ganz allein am Ufer waren.

Eine Weile lang gingen wir jeder unseren eigenen Beschäftigungen nach. Eine bewunderte, wie das Quellwasser in sein steinernes Becken kaskadierte, bevor es ins Meer glitt. Eine andere genoss die Aussicht vom Steg, und ich zog Schuhe und Socken aus, krempelte die Hosenbeine hoch und watete ins Meer. Es war herrlich, über den feinen Sandgrund zu tappen und das Wasser und den Sand zwischen den Zehen zu spüren. Das Wasser dort, wo die Quelle ins Meer mündet, war eiskalt. Ich lief mehrmals hin und her, spürte einfach nur das Wasser an meinen Füssen und lauschte dem Geräusch meines eigenen Watens. Immer wieder blieb ich stehen, dem Meer zugewandt, und liess die Luft meine Haut berühren. Die Klänge, Empfindungen und Düfte des Sommers. Ich möchte nichts davon loslassen.

Der Himmel begann sich zu einer geschlosseneren Wolkendecke zu formen, und die Sonnenstrahlen wurden seltener und schwächer. Ich watete aus dem Meer, wischte mir die grössten Wassertropfen von den Füssen und balancierte mich zurück in Socken und Schuhe. Wir setzten unseren Weg am Ufer entlang fort, in Richtung einer felsigen Landzunge, auf der laut der Karte am Parkplatz ein Aussichtspunkt liegen sollte.

Der breite Weg führte uns kurz vom Ufer weg und zurück in die murmelnde Umarmung des Waldes. Nun wich der lichte Kiefernwald einer abwechslungsreicheren Mischung aus Nadelbäumen, mit stehendem Totholz, umgestürzten Stämmen und jüngeren Bäumen, hin und wieder einer Eberesche oder einem anderen Laubbaum, und üppigen Heidekrautbüschen, die Farbtupfer setzten. Ich atmete den Duft des Heidekrauts ein und bewunderte die weinroten Herbstfarben der Heidelbeersträucher. Hier und da gab es noch einzelne Beeren, viele davon noch fest und schmackhaft. Nach und nach färbten sich meine Finger lila, während wir weitergingen, und mein Körper bekam eine Portion Nährstoffe und gute Waldmikroben ab.

Von der Kuppe der felsigen Landzunge aus reichte der Blick wirklich weit. Wir erkannten Tammisaaris alten Wasserturm am Horizont. Der Wind frischte nun auf, feucht und herrlich kühl, salzig und sanft. Ich löste meine Haare und drehte meinen Nacken in den Wind – es tat gut, die Luft unter all dem dichten Haar meine Kopfhaut kühlen zu lassen. Das sind die süssen Momente, nach denen man sich erst sehnen kann, wenn der Winter kommt.

Kannst du auf diesem Foto auch den Turm der Steinkirche von Tammisaari entdecken?
Der Blick vom Aussichtsfelsen über die Bucht Källviken und den Steg, neben dem der Bach der Quelle ins Meer mündet.

Wir machten uns auf den Rückweg durch den Wald.

Der Landweg lud eher zum Weitergehen als zum Verweilen ein, doch hier und da zogen Blumen, auffällige abgestorbene Bäume und – am schönsten – ein kupferglänzender Blindschleiche unsere aufmerksamen Blicke auf sich. Die Blindschleiche war klein und hatte irgendwann die Spitze ihres Schwanzes verloren. Schüchtern glitt sie vom Wegrand in den Schutz des Unterholzes, zwischen Preiselbeeren und Heidekraut.

Wir folgten noch einem weiteren Seitenpfad, der uns auf die gegenüberliegende Seite von Källviken führte, der felsigen Landzunge, die wir gerade besucht hatten, gegenüber. Zwischen den Bäumen öffneten sich Ausblicke auf Tammisaari, und ich glaube, ich konnte auch die Felsküste von Ramsholmen erkennen.

Nahe am Ufer fanden wir den Tisch der Kaiserin – einen Tisch mit Bank aus Stein. Meine Kolleginnen und Kollegen betrachteten die Sehenswürdigkeit mit grossem Interesse; meine eigene Aufmerksamkeit galt eher dem Meer, seinen Düften, seiner Weite und seinen Klängen.

Wieder beim Auto konnte ich kaum glauben, dass der Montagsfrust überhaupt jemals existiert hatte. Die Natur ist eine mächtige Waffe, um trübe Stimmung in Leichtigkeit zu verwandeln, einen schwerfälligen Körper beweglich zu machen, Müdigkeit in Energie und Langeweile in Neugier. Vielleicht sollte ich mir daraus eine Gewohnheit machen – dafür zu sorgen, dass ich montags morgens, bevor die Arbeit beginnt, wenigstens eine kurze Runde in der Natur drehe.

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Diese Übersetzung wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und kann Fehler enthalten.

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