Winterliche Sauna- und Eisbade-Erfahrung: Das ist Löylykontti in Kivenlahti, Espoo
Foto: Löylykontti
An einem kalten Februarabend spaziert eine kleine Gruppe entlang des Ufers von Kivenlahti und hält Ausschau nach einem Containergebäude, in dem sich angeblich eine Sauna und ihre wohlige Wärme verbergen.
Wir parken das Auto auf einem kostenlosen Parkplatz in der Nähe des Jachthafens. Nach ein paar hundert Metern entdecken wir das schwach beleuchtete Löylykontti (Adresse: Merivalkama 11, Espoo). Ein Code öffnet die Tür, und dahinter erwartet uns ein kleiner, aber funktionaler Umkleideraum. Wir ziehen uns bis auf unsere natürliche Bekleidung aus und machen uns auf den Weg zur Sauna.
Löylykontti ist mittlerweile ein kleines Saunakonzept, das bereits an verschiedenen Standorten Station gemacht hat – darunter Sörnäinen in Helsinki, Matinkylä und Kivenlahti in Espoo, Laaksolahti sowie sogar Après-Ski-Orte in Tahko. Die Buchung erfolgt online, woraufhin die Gäste Zugangscodes für die Einrichtung erhalten. Die Saunen werden computergesteuert beheizt, und außer den Saunagästen selbst ist niemand vor Ort. Ein absolut individuelles Erlebnis!
Die erste Überraschung für unsere Gruppe ist die benutzerfreundliche Steuerung des Saunaofens! Keine Eimer, keine Kellen – stattdessen eine Reihe von Knöpfen unter den Bänken, die beim Drücken ein Rohrsystem im Inneren des Ofens aktivieren. Dieses gibt einen feinen Wassernebel direkt auf die Steine ab. Ein Knopfdruck, und schon erfüllt eine sanfte, feuchte Wärme den Raum – der perfekte Kontrast zur frostigen Luft draußen, die im Licht der Laternen glitzert.
Durch das Saunafenster beobachten wir Paare, die ihren Abendspaziergang machen, Hunde, die neugierig an den Wurzeln der Kiefern schnüffeln, und die dunkle, zugefrorene Bucht. Am Ende des Stegs blubbert aufgetautes Wasser – eine Einladung, die wir nicht ausschlagen können! (Denn wenn sich die Gelegenheit bietet, dann muss man sie nutzen!) Ein kleines Plexiglas-Konstrukt schützt uns vor dem eisigen Wind, als wir in das fast null Grad kalte Wasser eintauchen.
Im Winter gibt es in der Sauna keine Duschen – vermutlich wegen der Frostgefahr und gesetzlicher Regelungen zur Abwasserentsorgung. Historisch gesehen wurden Saunen in Finnland ohnehin nicht immer am Wasser gebaut. Oft wurde das Waschen mit einem separaten Wassereimer erledigt – oder einfach weggelassen. Auch in dem finnischen Literaturklassiker Die sieben Brüder von Aleksis Kivi baden die Brüder regelmäßig in der Sauna, ohne sich danach zu duschen. In Löylykontti kann man sich im Winter entweder im Eisloch abkühlen oder zu Hause abduschen – und genau so haben wir es gemacht.
Die kleinste, aber wohl wichtigste Ergänzung für ein unvergessliches Eisbad sind Badelatschen oder Sandalen, um die Füße vor dem gefrorenen Boden zu schützen, ein Bademantel für den kurzen, aber kalten Weg zum Steg und zurück sowie Mütze und Handschuhe – für alle, die es professionell angehen wollen.
Nach zwei entspannten Stunden beschließen wir, im Sommer wiederzukommen – wenn die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen.
Schaut euch die website, Instagram, and Facebook von Löylykontti an!

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