Finnische Zimtschnecken (Korvapuusti) – Ein traditionelles Rezept
Artikel von: Sanna Eeva
Korvapuusti ist eine süße Zimtschnecke, gefüllt mit Butter, Zucker und Zimt – eine beliebte Leckerei in Finnland. Der Name bedeutet wörtlich übersetzt „Ohrfeige“ und bezieht sich auf die charakteristische Form des Gebäcks. Für viele Finnen weckt Korvapuusti Kindheitserinnerungen an selbstgebackene Köstlichkeiten, wenn Eltern oder Großeltern am Samstagmorgen das Haus mit dem unwiderstehlichen Duft frisch gebackener Teilchen erfüllten.
Auch wenn viele Finnen heute ihr Korvapuusti in Cafés oder Bäckereien kaufen, bleibt das Gebäck ein fester Bestandteil der finnischen Esskultur. Man findet es in nahezu jedem Café, jeder Tankstelle und jeder Bäckerei im ganzen Land. Korvapuusti hat sich als inoffizielles Nationalgebäck Finnlands etabliert.
Klassisches Korvapuusti-Rezept (Ergibt ca. 15 Stück)
Zutaten:
Teig:
- 5 dl Milch
- 50 g frische Hefe
- 1 Ei
- 1½ dl Zucker
- 1 TL Salz
- 1 EL Kardamom
- Ca. 1 kg Weizenmehl
- 100–150 g geschmolzene Margarine oder Butter oder 1 – 1½ dl flüssige Margarine
Füllung:
- 100 g Butter oder Margarine
- 1 dl Zucker
- Gemahlener Zimt
Zum Bestreichen:
- 1 Ei
Zum Bestreuen:
- Hagelzucker

Zubereitung:
- Die Milch lauwarm erwärmen. Die frische Hefe in eine Rührschüssel bröckeln, die warme Milch dazugeben und die Hefe auflösen lassen. Ei, Zucker, Salz und Kardamom hinzufügen.
- Nach und nach so viel Mehl einrühren, bis ein dicker, breiartiger Teig entsteht. Die Mischung glatt und glänzend schlagen.
- Das restliche Mehl nach und nach mit der Hand einkneten, etwas Mehl für später aufbewahren. Den Teig kneten, bis er glatt und elastisch ist. Diesen Schritt nicht auslassen, da gründliches Kneten für die beste Konsistenz sorgt.
- Die geschmolzene Butter oder Margarine hinzufügen und weiterkneten, bis sich der Teig von der Schüssel und den Händen löst.
- Die Schüssel mit einem sauberen Tuch abdecken und den Teig an einem warmen, zugfreien Ort gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat (ca. 30 Minuten).
- Den aufgegangenen Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und in zwei gleich große Portionen teilen. (Den aufgegangenen Teig nicht weiter kneten, wie man es bei kleinen runden Brötchen tun würde.)
- Jede Portion zu einem rechteckigen Teigblatt ausrollen (ca. 30×60 cm). Eine dünne Schicht weiche Butter darauf verstreichen und mit Zucker und Zimt bestreuen.
- Den Teig von der langen Seite her fest zu einer Rolle aufrollen, dabei die Naht nach unten legen. Die Rolle schräg in ca. 15 Stücke schneiden.
- Jedes Teigstück mit der schmaleren Seite nach oben aufrecht hinstellen. Mit den Fingern in der Mitte jedes Stücks kräftig nach unten drücken, sodass sich die Schnittkanten auffächern und die typische „Ohr“-Form entsteht.
- Die Teilchen mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
- Mit einem Tuch abdecken und etwa 20 Minuten gehen lassen.
- Die aufgegangenen Teilchen vorsichtig mit verquirltem Ei bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen.
- Im vorgeheizten Ofen bei 225 °C (435 °F) für 8–10 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.
- Die fertigen Korvapuusti unter einem Tuch leicht abkühlen lassen, bevor sie serviert werden.
Am besten schmecken Korvapuusti frisch aus dem Ofen, leicht abgekühlt, mit einem Glas kalter Milch oder einer Tasse Filterkaffee.
Die geheime Zutat: Kardamom
Im Gegensatz zu anderen Zimtschnecken zeichnet sich das finnische Korvapuusti durch die Zugabe von Kardamom im Teig aus. Der Teig wird traditionell mit frischer Hefe, Milch und Weizenmehl hergestellt, was ihm eine weiche und leicht elastische Konsistenz verleiht. Das richtige Gehenlassen des Teigs ist eine bewährte Tradition – oft wird die Schüssel an einen warmen Ort gestellt, beispielsweise auf einen Holzofen oder in ein mit warmem Wasser gefülltes Spülbecken.
Die Füllung besteht aus einer großzügigen Menge Butter, Zucker und Zimt. Das zusätzliche Fett trägt nicht nur zum Geschmack bei, sondern hält die Teilchen auch länger saftig und frisch.
Wie Korvapuusti seine Form bekommt
Nachdem der Teig ausgerollt und gefüllt wurde, wird er zu einer festen Rolle aufgerollt und schräg in Stücke geschnitten. Jedes Stück wird dann in der Mitte mit den Fingern eingedrückt, um die charakteristische ohrähnliche Form zu erzeugen. Die Teilchen werden mit Ei bestrichen, mit Hagelzucker bestreut und vor dem Backen nochmals gehen gelassen, um ihre perfekte Textur zu erhalten.

Die Geschichte des Korvapuusti in Finnland
Korvapuusti fand seinen Weg über Schweden in die finnische Küche. Seine Ursprünge lassen sich wahrscheinlich bis nach Deutschland zurückverfolgen, wo es ein ähnliches Gebäck namens Franzbrötchen gibt. Weizenbasierte Backwaren waren in Finnland im späten 19. Jahrhundert eine seltene Delikatesse, die nur der Oberschicht bei besonderen Anlässen vorbehalten war. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Weizen, Butter und Zucker für die breite Bevölkerung erschwinglich, wodurch Korvapuusti zu einem beliebten Gebäck für den Alltag wurde.
In den 1950er-Jahren verbesserte sich die Qualität des in Finnland angebauten Weizens, was zu besseren Backergebnissen führte. Bis dahin waren Bäckereien auf importierten Weizen angewiesen, da der heimische Weizen nicht die benötigte Elastizität für Hefeteiggebäck bot.
Die Bedeutung des Namens „Korvapuusti“
Die Herkunft des Namens Korvapuusti ist unklar, doch das Wort hat im Finnischen eine doppelte Bedeutung. Neben der Bezeichnung für das Gebäck bedeutet es auch eine leichte Ohrfeige – ähnlich wie das schwedische Wort örfil, das ebenfalls sowohl eine Ohrfeige als auch ein vergleichbares Gebäck bezeichnet. Manche vermuten, dass der Name von der verdrehten Form des Teilchens stammt, die sowohl an ein Ohr als auch an einen Handabdruck erinnert.

Korvapuusti zu Hause backen: Ein echtes finnisches Erlebnis
Korvapuusti von Grund auf selbst zu backen, ist eine echte finnische Tradition. Der Prozess erfordert Zeit, da der Teig richtig aufgehen muss – es ist eher eine Herzensangelegenheit als eine schnelle Lösung. Wegen des damit verbundenen Aufwands backen viele Menschen gleich größere Mengen und frieren einen Teil ein. Nach kurzem Erwärmen in der Mikrowelle schmecken sie fast wie frisch gebacken.
Kaffee mit etwas Süßem zu servieren, ist tief in der finnischen Kultur verankert. In einigen Dialekten gibt es sogar den Ausdruck „jotain kastamista“ („etwas zum Eintunken“), der sich auf die Tradition bezieht, eine süße Leckerei zum Kaffee anzubieten. Früher wurden trockene Backwaren in Kaffee oder Milch getunkt, um sie weicher und leichter essbar zu machen – eine Praxis, die auch heute noch oft mit Korvapuusti verbunden ist.
Mehr als nur Korvapuusti: Andere finnische Hefeteilchen
Der gleiche Teig, der für Korvapuusti verwendet wird, kann in verschiedene Formen gebracht werden, etwa zu kleinen runden Pikkupulla. Im Gegensatz zu Korvapuusti werden diese einfachen Brötchen nach dem Aufgehen erneut geknetet, bevor sie geformt werden. Manche werden mit Marmelade und Schlagsahne gefüllt und als Laskiaispulla (Fastnachtsbrötchen) serviert, während andere mit Rosinen im Teig gebacken werden. Eine weitere Variante ist Voisilmäpulla („Butteraugen-Brötchen“), bei dem eine kleine Vertiefung mit einer Mischung aus Butter und Zucker gefüllt wird, bevor das Gebäck in den Ofen kommt.
Finnlands offizieller Zimtschneckentag
Jedes Jahr am 4. Oktober feiert Finnland den Nationalen Korvapuusti-Tag. Dies ist der perfekte Anlass, um diese warmen, köstlichen Leckereien mit Familie und Freunden zu genießen!
Egal ob selbst gebacken oder aus der Bäckerei – Korvapuusti gehört zu Finnlands beliebtesten Gebäckstücken und weckt mit jedem Bissen Wohlgefühl und Nostalgie.
Der Artikel wurde mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz aus dem Finnischen übersetzt.
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