Winterliche Stille im historischen Dorf Fiskars
Die Region Raseborg im westlichen Uusimaa ist reich an faszinierender Geschichte und historischen Schauplätzen. Meiner Meinung nach gehören die alten Eisenhüttendörfer zu den malerischsten Besonderheiten der Region; ihre vielfältigen Gebäude wirken auf moderne finnische Augen wie aus dem Bilderbuch. Das wohl bekannteste unter ihnen ist Fiskars Village, das im Sommer vor Touristen nur so wimmelt – doch als wir an einem Wochenende mitten an einem wunderschönen, frostigen Wintertag dort waren, sahen wir kaum eine Menschenseele.
An jenem Wintersonntag lag die Temperatur bei etwa –15 °C, als mein Mann und ich Richtung Fiskars aufbrachen. Wir hatten uns auf eine kleine „Eisenhütten-Tour“ begeben, da die Gegend um Fiskars auch mehrere kleinere Hüttendörfer beherbergt: Antskog, Billnäs und, etwas weiter östlich, Mustio (auch bekannt als Svartå). Unser allererster Stopp war in Antskog, wo wir kurz anhielten, um ein wunderschönes Foto vom eisfreien Flussufer zu machen.

Von Antskog aus sind es nur wenige Autominuten bis nach Fiskars. Als wir auf dem großen Parkplatz am Peltorivi 1 ankamen, stand dort nur ein einziges, völlig vereistes Auto. Weit und breit war kein Mensch zu sehen, was uns perfekt passte – so konnten wir dieses bezaubernde Winterdorf fast so erleben, als gehöre es uns ganz allein.

Der Name Fiskars dürfte Ihnen bereits bekannt sein, und das aus gutem Grund: Das Dorf hat seinen Namen den Fiskars-Produkten wie Scheren, Äxten und vielen anderen Werkzeugen geliehen. Das Eisenwerk Fiskars wurde bereits 1649 gegründet; mehr über seine Geschichte können Sie in meinem Herbst-Artikel lesen.
Der Parkplatz liegt fast in der Dorfmitte, direkt am Fluss Fiskarsjoki, der den Ort durchquert. Wir machten uns zunächst auf den Weg flussaufwärts in Richtung des Sees Degersjön. Am Ufer entdeckten wir einen kleinen, schneebedeckten Steg inmitten einer traumhaften Kulisse, während das Sonnenlicht durch die Bäume am gegenüberliegenden Ufer filterte.

Es wurde jedoch schnell klar, dass der Frost wahrlich bissig war. Durch die vom Fluss aufsteigende Feuchtigkeit fühlte es sich deutlich kälter an als –15 °C. Schon nach den ersten Metern fingen wir an zu frieren, also änderten wir unsere Richtung, um sicherzustellen, dass wir das Dorfzentrum erkunden konnten, bevor wir zu Eiszapfen erstarrten.
Im Zentrum führen mehrere Brücken über den Fluss. Wir schlängelten uns vorwärts und überquerten eine Brücke nach der anderen, um das Dorf aus vielen verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Auf jeder Brücke hielten wir inne, um die Aussicht zu bewundern. Im Fluss tummelten sich zahlreiche Enten, die dort überwinterten.

Der Spielplatz lag starr und verlassen da, doch einige Einrichtungen des Dorfes schienen selbst zu dieser Jahreszeit geöffnet zu sein. Fiskars beherbergt Hotels, Restaurants, Ausstellungen und natürlich das Fiskars-Outlet.

Das restaurierte Mühlengebäude war eine wahre Augenweide, und wir blieben eine Weile daneben stehen, um dem Rauschen des Wassers zu lauschen.

Als wir das stattliche Hauptgebäude der Fiskars Group erreichten, blieb uns keine Wahl, als umzukehren, wenn wir es noch vor dem Durchfrieren bis zum Auto schaffen wollten. Wenn Sie Fiskars im Winter besuchen, werden Sie garantiert wunderschöne Orte sehen – denken Sie nur daran, sich so warm wie irgend möglich anzuziehen und zu hoffen, dass es reicht.
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