Nationalpark Oulanka: Atemberaubende Klippen und tosende Stromschnellen
Der Nationalpark Oulanka ist ein wahres Paradies für Wanderer und Naturliebhaber und verzaubert Besucher mit dramatischen Landschaftsformen, steilen Klippen und mächtigen Stromschnellen. Sein weit verzweigtes Wegenetz bietet für jedes Niveau etwas, und der Park ist reich an Rastplätzen und Wildnishütten. Berühmt für seine Hängebrücken, zerklüfteten Schluchten und den ungezähmten Geist der nordfinnischen Wildnis, beeindruckt Oulanka alle, die sich hierher wagen.
Dank hervorragender Infrastruktur finden alle Besucher – unabhängig von Erfahrung oder Mobilität – passende Routen. Die aktuellsten Informationen zu Wegverhältnissen und Empfehlungen erhalten Sie im Besucherzentrum Oulanka (Adresse: Liikasenvaarantie 132, Kuusamo; siehe Karte).

Empfohlene Routen
- Für Erstbesucher in Oulanka: Pieni Karhunkierros (Kleiner Bärenpfad, 12 km)
- Für einen kurzen Besuch: Besucherzentrum Oulanka und Kiutaköngäs (jeweils 1 km pro Strecke)
- Für Rollstuhlnutzer: Napapiirin nopia (jeweils 0,5 km), am Flussufer mit gut erreichbaren Rastplätzen
- Für Paddler: Abschnitt Kiutaköngäs Pool–Jäkälämutka (25 km) auf dem Oulankajoki-Fluss, auch für Anfänger geeignet
- Für Radfahrer: Der einzige Radweg des Parks (9 km pro Strecke) führt vom Besucherzentrum nach Taivalköngäs. Er gilt als anspruchsvoll.
- Für Fernwanderer: Karhunkierros (Der Bärenpfad, 82 km einfach) ist eine der legendärsten Wanderrouten Finnlands. Bringen Sie Zelt und notwendige Ausrüstung für Übernachtungen mit, tragen Sie alle benötigten Lebensmittel bei sich und nehmen Sie Ihren Müll wieder mit.

Spätsommerwanderung zu den Hängebrücken von Taivalköngäs
Im Taivalköngäs-Gebiet bei Kuusamo schwingen sich drei Hängebrücken über das tosende Wasser des Oulanka-Flusses und verbinden die Ufer über zwei kleine Inseln. Dieser Abschnitt gehört auch zur berühmten Wanderroute Karhunkierros. Später Sommer oder Herbst ist eine besonders schöne Zeit für einen Besuch – die Mücken sind verschwunden und die erfrischende nordische Kühle sorgt für eine ruhige Atmosphäre.
Der gut gepflegte Pfad vom Parkplatz Ristikallio an der Sallantie nach Taivalköngäs (jeweils 9 km) ist leicht zu folgen und führt an einer der Hauptattraktionen des Parks vorbei: Ristikallio mit seinen atemberaubenden Ausblicken – einer davon ziert das Titelbild dieses Reiseführers. Verlaufen ist praktisch unmöglich: Folgen Sie einfach den Wegweisern und genießen Sie die Wanderung. Einige kurze Anstiege sind vorhanden, aber gut machbar. Im Sommer laden häufige Pausen dazu ein, die Wildblumen des Waldes zu entdecken – bitte bewundern Sie sie vorsichtig und treten Sie sie nicht nieder.

Bald begrüßt Sie das Rauschen des Wassers durch die Bäume: die schönen Stromschnellen des Maaninkajoki. Sie überqueren sie auf einer kleinen Hängebrücke – ein vielversprechender Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Tiefer im Wald stoßen Sie auf die Tagesschutzhütte Puikkokämppä – ein Platz zum Zelten am Seeufer.
Während sich der Weg zwischen Wald und Moor abwechselt, führen hölzerne Treppen hinab zum Stromschnellengebiet Taivalköngäs. Dort finden Sie eine Wildnishütte, eine Feuerstelle, Tische und Bänke – ideal für eine Mahlzeit oder Pause. Ein ausgewiesener Zeltplatz befindet sich ganz in der Nähe.
An der ersten Hängebrücke verwandelt sich der ruhige Oulanka-Fluss plötzlich in ein reißendes Gewässer direkt unter Ihren Füßen. Beim Überqueren stehen Sie zwischen zwei völlig unterschiedlichen Ausblicken – je einer auf jeder Seite der Brücke.
Beim Übergang zu den kleinen Inseln im Fluss bemerken Sie den starken Höhenunterschied auf so engem Raum. Der dichte Fichtenwald mit seinen knorrigen Wurzeln verleiht der Umgebung eine märchenhafte Atmosphäre. Die mittlere Brücke ist zwar kleiner, doch unter ihr breitet sich eine raue Landschaft mit dunklen, zackigen Felsen aus. Obwohl sie nahe bei den anderen Brücken liegt, bietet sie ein völlig anderes Bild – massive Felsformationen in schattigen Tönen vermitteln eine eindrucksvolle, fast unheimliche Präsenz.
Die letzte Hängebrücke ist die längste der drei. Von ihrem Ende aus führt der Karhunkierros weiter bis zum Fjäll und Dorf Ruka.

Im Herbst wird Taivalköngäs noch dramatischer: Die Ruska (Herbstfärbung) bringt tiefere Schatten auf die Felsen, verstärkt das Geheimnis des Waldes und unterstreicht die Kraft des Flusses. Der Kontrast zwischen den dunklen Steinen und dem leuchtenden Gelb der Birken ist spektakulär.
Ob Sie von der Sallantie oder vom Besucherzentrum Oulanka starten – die Wanderung nach Taivalköngäs beträgt etwa neun Kilometer pro Strecke. Vom Besucherzentrum aus ist die gleiche Route auch für Radfahrer freigegeben.
Typische Flora: Norne (Calypso bulbosa)
Diese seltene, geschützte Orchidee – die Norne – gedeiht in alten Wäldern und Nadelwäldern und blüht früh im Frühjahr. Sie in voller Blüte zu sehen, erfordert gutes Timing und etwas Glück. Obwohl die Norne keinen Nektar produziert, lockt sie Insekten dennoch clever an und sorgt dafür, dass Pollen an ihnen haften bleibt. Für ihr Überleben ist die Pflanze auf eine bestimmte Pilzart im Boden und sehr spezielle Wachstumsbedingungen angewiesen.
Seien Sie rücksichtsvoll: Im Oulanka-Nationalpark kam es bereits vor, dass Touristen diese schönen und seltenen Pflanzen zertrampelt haben, nur um ein Foto zu machen. Das ist äußerst beschämendes Verhalten – bitte seien Sie nicht einer von ihnen.
Erleben Sie die Jahreszeiten in Oulanka
- Frühling (Hiiden hurmos 5 km): Halten Sie entlang dieses malerischen Pfades Ausschau nach blühendem Frauenschuh.
- Sommer: Genießen Sie die Sonne am schönen Sandstrand von Jäkälämutka.
- Herbst: Erleben Sie das leuchtende Ruska-Laub und den sternklaren Himmel bei Ristikallio (5 km pro Strecke). Übernachten Sie in der offenen Wildnishütte für ein unvergessliches Erlebnis.
- Winter: Am Parkplatz Konttainen (Straße Virkkulantie) locken Vogelfutterstellen neugierige Unglückshäher an. Wer noch Energie hat, kann den Gipfel des Konttainen erklimmen – für einen spektakulären Blick über die verschneite Landschaft.



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