Backen wie ein Finne: Das authentische Rezept für die Runeberg-Torte
Artikel von: Sanna Eeva
Johan Ludvig Runeberg (1804–1877) gilt als der Nationaldichter Finnlands. Der Dichter, Journalist, Lehrer und Pfarrer prägte mit seinen Werken das Idealbild des finnischen Volkes und der finnischen Natur. Seine Schriften hatten großen Einfluss auf das moralische Selbstverständnis und das Nationalgefühl der Finnen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Die Erzählungen des Fähnrichs Stål (veröffentlicht 1848 und 1860) sowie die finnische Nationalhymne Maamme („Unser Land“), die Runeberg 1846 als Gedicht schrieb und die von Fredrik Pacius vertont wurde.
Der Runeberg-Tag und die Geburtsstunde einer Torte
Der Runeberg-Tag wird in Finnland jedes Jahr am 5. Februar gefeiert. Zu Ehren des für seine Vorliebe für Süßes bekannten Dichters wurde ein Gebäck benannt: die Runeberg-Torte (Runebergintorttu). Es handelt sich um eine zylinderförmige Torte mit Bittermandelaroma, die mit einem Zuckergussring und einem Klecks Himbeermarmelade garniert wird.
Die Legende von Fredrika und der Erfindung der Torte
Die bekannteste Entstehungsgeschichte der Runeberg-Torte ist eng mit der Ehefrau des Dichters, Fredrika Runeberg, verknüpft. In ihrem Kochbuch aus den 1850er-Jahren findet sich ein Rezept für die Torte. Der Legende nach soll sie entstanden sein, als der Dichter eines Tages nach einer süßen Leckerei verlangte und Fredrika mit dem, was sie gerade im Haus hatte – Mehl, Semmelbrösel, Keksreste und Mandeln – ein Gebäck zauberte, das sie mit Marmelade und Zuckerguss verzierte. Angeblich genoss Runeberg dieses Gebäck besonders gern zum Frühstück mit einem Glas Punsch.

Ein Konditor aus Porvoo und der wahre Ursprung
Die tatsächliche Herkunft der Torte dürfte jedoch eine andere sein. Fredrikas Rezept war wahrscheinlich eine Abwandlung der Torte des Konditormeisters Lars Astenius aus Porvoo. Dieses Gebäck wurde bereits seit den 1840er-Jahren angeboten – und Runeberg war ein bekannter Liebhaber dieser Spezialität, wenn auch ursprünglich als Konditoreiprodukt. Schon zu Runebergs Lebzeiten wurde die Torte unter dem Namen „Runeberg-Torte“ verkauft – erstmals 1850 in Fredrik Ekbergs Konditorei in Helsinki. Es sagt wohl einiges über Runebergs Vorliebe aus, dass die Torte sogar seinen Namen erhielt.
Das älteste finnische Rezept und kreative Anpassungen
Trotz allem ist Fredrikas Rezept das älteste bekannte finnische Rezept dieser Torte. Da Zucker und Mandeln in der Mitte des 19. Jahrhunderts teure Importwaren waren, musste sie vermutlich improvisieren und die Zutaten je nach Verfügbarkeit anpassen. Interessant ist, dass in Fredrikas Version kein Alkohol im Teig enthalten ist.
Als Produkt ihrer Zeit war die Runeberg-Torte ein kunstvolles Gebäck, das gut zur sich entwickelnden – damals noch sehr elitären – Kaffeekultur Finnlands passte. Heute ist der einstige Glanz etwas verblasst. Die Torte selbst ist recht schlicht – ganz wie die Finnen –, mit einem eher trockenen und durch die Mandelstückchen und Semmelbrösel leicht krümeligen Mundgefühl. Um sie saftiger zu machen, wird sie nach dem Backen mit Punsch- oder Rumsirup getränkt. Für eine alkoholfreie Variante kann Apfelsaft verwendet werden. In vielen modernen Rezepten wird zusätzlich Sahne oder eine andere Milchzubereitung verwendet, um die Torte noch saftiger zu machen.
Bittermandel – ein polarisierender Geschmack
Das Bittermandelaroma ist das Merkmal, das die Runeberg-Torte am stärksten prägt – und zugleich spaltet. Manche lieben es, andere meiden es. Aber genau dieser Geschmack unterscheidet die Torte von anderen Gebäcken.
Neue Formen und kreative Varianten
Neben der traditionellen zylinderförmigen Version werden Runeberg-Torten heute häufig in Muffinförmchen oder als Kuchen zubereitet – vor allem, weil die speziellen hohen Formen nicht in jedem Haushalt verfügbar sind. In der Hauptsaison zwischen Januar und Februar entstehen immer neue Varianten: Runeberg-Rouladen, Runeberg-Kekse oder sogar Runeberg-Waffeln. Es lässt sich diskutieren, wie weit man sich vom Original entfernen kann und das Ergebnis dennoch mit dem Namen eines großen Dichters schmückt.

Eine Tradition, die zum süßen Nationalfeiertag wurde
Im Laufe der Zeit hat sich die Feier von Runeberg selbst in Finnland zu einem Tag gewandelt, an dem die Fahne gehisst wird – und man eben diese eigenwillige Torte genießt. Jedes Jahr werden rund um den 5. Februar Millionen Runeberg-Torten in Finnland gegessen. Besonders in Porvoo, der Geburtsstadt der Torte, sind sie das ganze Jahr über in Cafés erhältlich. Und vielleicht fragt sich dann doch jemand beim Kaffeetrinken: Wer war dieser Runeberg eigentlich – und warum essen wir diese Torte?
Rezept für Runeberg-Torten (10–15 Stück)
Zutaten für den Teig:
- 200 g Butter oder Margarine
- 200 ml Zucker oder brauner Zucker
- 2 Eier
- 200 ml Weizenmehl
- 200 ml Semmelbrösel (ein Teil kann durch Keksbrösel ersetzt werden)
- 200 ml gehackte oder gemahlene Mandeln
- 2 TL Kardamom
- ½ TL Bittermandelaroma oder 2 EL Mandellikör
- 200 ml saure Sahne, Crème fraîche oder Sahne
- 1 TL Natron
Füllung:
- ca. 200 ml backfeste Himbeermarmelade
Sirup zum Tränken:
- ca. 100 ml Wasser
- 1 EL Zucker
- 2–5 EL Punsch, Rum oder Mandellikör
Tipp: Für eine alkoholfreie Variante Apfelsaft verwenden.
Dekoration:
- Zuckerguss
- Himbeermarmelade
Zubereitung:
- Butter und Zucker schaumig schlagen.
Die weiche Butter mit dem Zucker schaumig schlagen. Die Eier nacheinander unterrühren. - Trockene Zutaten und Aroma hinzufügen.
Mehl, Semmelbrösel, Mandeln, Kardamom und Bittermandelaroma (oder Mandellikör) hinzufügen. Die Sahne mit dem Natron mischen und zum Teig geben. Alles zu einer glatten Masse verrühren. - Formen vorbereiten und füllen.
Die speziellen Runeberg-Formen, ein Muffinblech oder Muffinförmchen einfetten und mit Semmelbröseln ausstreuen. Den Teig gleichmäßig einfüllen und in die Mitte jeder Torte mit einem Teelöffel etwas Marmelade drücken. - Backen und tränken.
Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C (Ober-/Unterhitze) ca. 15–20 Minuten backen, bis die Törtchen goldgelb sind. Die abgekühlten Torten mit dem Sirup oder Apfelsaft tränken. - Dekorieren.
Falls die Marmelade beim Backen eingesunken ist, einen neuen Klecks in die Mitte geben. Einen Zuckergussring um die Marmelade spritzen – ganz klassisch.
Der Artikel wurde mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz aus dem Finnischen übersetzt.
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