Kaffee am Lagerfeuer zubereiten (ohne sich dabei – wie ich – fast die Haare anzuzünden)
Eine der typischsten finnischen Arten, Zeit im Freien zu verbringen, ist es, Kaffee über offenem Feuer zuzubereiten. Entschleunigung ist ein wesentlicher Teil dieses Moments: Ein gutes Feuer braucht Zeit, um richtig zu brennen, und guter Kaffee braucht Zeit, um genau richtig zu werden. Ruhe und bewusste Bewegungen gehören ebenso dazu wie das vollständige Dasein im Augenblick – denn wenn man hastig oder ungeschickt ist, verschüttet man den Kaffee leicht auf den Boden oder vergisst, den Topf im Auge zu behalten, sodass er überkocht und direkt ins Feuer läuft.
Ich selbst bin keine Meisterin im Kaffeekochen. Wie in fast jedem finnischen Haushalt steht auch bei mir zu Hause eine Moccamaster-Kaffeemaschine, mit der ich täglich meine Moomin-Tasse fülle – ein weiterer Klassiker, der sich in nahezu jedem finnischen Zuhause findet. Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, dass es in Finnland zum allgemeinen Grundwissen gehört, Kaffee über dem Lagerfeuer zuzubereiten. An einem Wintertag beschloss ich daher, es endlich zu lernen.

Es lag reichlich Schnee auf dem Boden, und da ich mich auf meinem eigenen Grundstück befand, durfte ich dort ein Feuer machen, wo ich wollte. In Finnland ist das nur auf dem eigenen Land erlaubt – auf fremdem Grund und in Nationalparks muss man immer offizielle, gepflegte Feuerstellen benutzen.
Ich suchte am verschneiten Flussufer nach einem geeigneten Platz, baute dort aus trockenem Brennholz ein kleines Feuer und zündete es an. Es dauerte nicht lange, bis sich zwischen den Holzscheiten eine weiche, weiße, samtig-schöne und wohlriechende Rauchfahne erhob, gefolgt von einer orangefarbenen Flamme, die allmählich größer wurde und begann, das Holz zu verzehren und in glühende Glut zu verwandeln.

In meinem Korb hatte ich folgende Utensilien dabei:
- Einen Kaffeekocher aus Stahl ohne Kunststoffteile
- Einen Liter Wasser
- Kaffee, gemahlen für die Zubereitung im Topf (meist erkennbar an einem Kaffeekannen-Symbol oben rechts auf der Verpackung, gekennzeichnet mit „pannu/pannmalet“)
- Eine Kuksa, einen kleinen Holzbecher, aus dem Finninnen und Finnen bei ihren Ausflügen gerne Kaffee trinken

Als das Feuer fröhlich knisterte, beschloss ich zu beginnen und goss etwa einen halben Liter Wasser in den Topf. Wäre ich an einer offiziellen Feuerstelle gewesen, etwa in einem Nationalpark, hätte es dort vermutlich einen Grillrost gegeben, auf dem man den Topf bequem über die Flammen stellen kann. Da mein Feuer jedoch direkt auf dem Schnee brannte, versuchte ich, den Topf auf die Holzscheite zu setzen. Natürlich kippte er um – aber meine Reaktionszeit war gut, und ich konnte ihn auffangen und wieder aufrichten, ohne nennenswert Wasser zu verschütten. Mitten in diesem Durcheinander versengten sich die Spitzen meiner langen Haare leicht. Wenn man genauso ungeschickt ist wie ich, ist es also eine gute Idee, die Haare zusammenzubinden!

Einen Moment später hörte ich ein Blubbern aus dem Topf, und als ich den Deckel anhob, sah ich, dass das Wasser kochte. Ich nahm den Kaffee heraus und schüttete so viel Kaffeepulver in den Topf, bis sich auf der Wasseroberfläche ein kleiner Hügel bildete – wie ein winziger Kaffeeberg! Ich schätze, es waren etwa ein Deziliter Kaffee auf einen halben Liter Wasser. Ich setzte den Deckel wieder auf, zog den Topf aber gleichzeitig vom direkten Feuer an den Rand. Er sollte nicht mehr stark kochen, sondern nur noch heiß bleiben, damit der Kaffee ziehen konnte.
Ich wartete etwa fünf Minuten, beobachtete dabei den Topf, damit der Kaffee nicht überkochte oder erneut umkippte, und inspizierte gleichzeitig die Schäden an meinen Haaren. Zum Glück waren sie minimal – eigentlich verriet nur der scharfe Geruch, dass überhaupt etwas passiert war.
Dann tat ich, was mir empfohlen worden war: Ich goss einen kleinen Schluck Kaffee in meine Kuksa – bemerkte, dass noch Kaffeepulver darin war – und schüttete den Kaffee wieder zurück in den Topf. Offenbar handelt es sich dabei um eine Art Ritual oder kleine Magie, die dafür sorgt, dass sich der Kaffee besser setzt. Ich wartete noch ein paar Minuten, goss erneut eine Tasse in die Kuksa – und diesmal war kein Kaffeepulver mehr dabei!

Das Getränk war dunkel, klar, schön und aromatisch. Bei richtig zubereitetem Lagerfeuerkaffee sinkt das Kaffeepulver auf den Boden des Topfes und landet beim Eingießen nicht in der Tasse. Manche brechen auch einen Fichtenzweig ab und stecken ihn in den Ausguss der Kaffeekanne, um das Durchkommen des Pulvers zu verhindern – wie wirksam dieser Trick wirklich ist, weiß ich allerdings nicht.
Am Ende konnte ich eine gute Tasse Kaffee genießen, während ich beobachtete, wie das Feuer langsam erlosch. Frische Luft, der Duft von Rauch und die Gesellschaft des Lagerfeuers machen einen Kaffeemoment zu etwas ganz Besonderem – weit besonderer als einen, der mit einer Maschine in der heimischen Küche zubereitet wird.
Mein Chef Antti ist so besessen von Lagerfeuerkaffee, dass es seiner Meinung nach einfach keinen ausreichend guten Kaffee für Ausflüge gab – also beschloss er, selbst einen zu entwickeln. Der eigene, speziell für Outdoor-Bedingungen konzipierte Topfkaffee Loimu von Finland, Naturally ist im finnischen Naturzentrum Haltia in Nuuksio sowie in unserem Onlineshop erhältlich.
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Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz übersetzt und kann Fehler enthalten.
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