Ich stand barfuß im winterlichen Wald – und entdeckte die Kraft des Hautkontakts mit der Natur
Der Wald tropft vor Nässe. Das Knarren der Stämme und das Rauschen des Windes in den Fichten sind die einzigen Geräusche mitten in der winterlichen Wildnis – umgeben nur von Leere. Weiter unten am Hang leuchten Schneematsch und Eis weiß gegen den dunklen Nadelwald. Ich bin dick und warm angezogen. Dann finde ich mein Gleichgewicht und ziehe Stiefel, Wollsocken und Socken aus. Ich kremple meine Hosenbeine etwas hoch. Ich setze meine nackten Füße auf den Pfad. Uuh, wie herrlich!
Barfuß in der Natur zu gehen gehört zu den schönen Dingen, die ich irgendwann aufgegeben habe, als ich erwachsen wurde. Als Kind war es ganz selbstverständlich, im Garten oder im Wald barfuß zu laufen – so selbstverständlich wie vom Steg ins Wasser zu springen oder auf Bäume zu klettern. Warum habe ich an der Schwelle zum Erwachsensein solche süßen, unschuldigen Arten, die Natur zu genießen, aufgegeben?

Mit der Zeit sind meine Fußsohlen empfindlicher geworden. Steine und Zapfen, die mich als Kind nie störten, lassen mich heute vor Schmerz das Gesicht verziehen. Ich will das ändern – die Natur wieder intensiver durch die Fußsohlen erleben. Eine direkte Verbindung zur Erde spüren, als wäre ich ein Baum, dessen Wurzeln direkt im Waldboden verankert sind – ohne eine einzige Schicht aus Stoff, geschweige denn aus Plastik oder Gummi, dazwischen.
Der Wald ist eine sanfte Umgebung für diese stärkende Barfußerfahrung. Moose fühlen sich angenehm an, und auch verrottete Blätter und Nadeln sind überraschend weich unter nackter Haut. Tief im Wald ist das Risiko, auf scharfen Zivilisationsmüll zu treten, gering. Weil man bewusster auftreten muss – Steine und Äste meidend –, wird einem jeder Schritt viel deutlicher als mit Schuhen. Körper und Geist sind ganz im Moment, ganz präsent.

Der vergangene Winter war hier bei uns in Salo recht schneearm. Der eingangs beschriebene Moment ereignete sich im Dezember – es war das erste Mal, dass ich im Winterwald barfuß unterwegs war. Es war kein spontaner Einfall – ich war bewusst in den Wald gegangen, um barfuß die Natur zu spüren.
Das Moos und die vom Regen weichen Nadeln unter meinen Füßen und das eiskalte Wasser zwischen den Zehen fühlten sich so belebend an, als hätte ich zum ersten Mal seit Monaten wieder tief durchgeatmet. Ist das so, wie es sich für ein Handy anfühlt, wenn es an das Ladegerät angeschlossen wird? Es war, als würde ich wirklich erwachen aus dem dumpfen, erstickenden Winterschlaf, der mich oft begleitet.
Ich fragte mich: Könnte das die Ursache für mein alljährliches Wintertief sein? Ist das das, wonach ich mich so sehr gesehnt habe – unmittelbarer Kontakt zwischen meinen Fußsohlen, oder überhaupt meiner Haut, und dem Wald, ab und zu?

Genauso genieße ich den Regen im tiefsten Winter, der über mein Gesicht läuft und meine Haut erreicht. Ich hebe das Gesicht zum Himmel und lasse das Wasser fließen. Auch das Eisbaden ermöglicht Hautkontakt mit der Natur – mit dem wunderbarsten und schönsten: dem natürlichen Wasser. In den letzten Wintern war das Eisloch mein Rettungsanker, und in diesem Winter verbrachte ich darin immer längere Zeit, einfach um die Natur länger auf meiner Haut zu spüren.
Im Winter fehlt uns der Hautkontakt zur Natur ansonsten fast vollständig – wir sind draußen von Kopf bis Fuß in mehrere Kleidungsschichten gehüllt, selbst unsere Hände sind von Stoff umgeben. Ich selbst gehe im Winter aber am liebsten ohne Handschuhe – so kann ich die Natur wenigstens mit Fingern und Handflächen spüren.

Im letzten Winter war ich schließlich mehrfach barfuß im Wald unterwegs – jeweils etwa fünfzehn Minuten lang. Ich legte dabei keine Strecke zurück, sondern bewegte mich langsam in einem kleinen Bereich, stand oft einfach nur still und konzentrierte mich.
Zuerst suchte ich mir eine ebene Stelle, auf der ich auch auf einem Bein balancieren konnte. Dann zog ich Stiefel und Socken jeweils an einem Fuß aus und ließ sie am Fuß eines Baumes liegen. Ich stand still, schwieg, ging langsam umher, suchte mit den Fußsohlen die angenehmsten Stellen und mied sorgfältig Reh- und Elchkot sowie Äste. Besonders auf Moos war es herrlich zu stehen, auch wenn es eiskalt war. Ein Weg, der optisch gar nicht so nass gewirkt hatte, entpuppte sich als völlig durchweicht – ein Gefühl, das ich mit Schuhen nie bemerkt hätte. Schließlich kehrte ich zu meinem Balanceplatz zurück, trocknete meine Füße nacheinander ab und zog Socke, Wollsocke und Gummistiefel wieder an. Kaum lief ich los, wurden meine Füße sofort wieder warm.
Übrigens: Auf einem Bein zu stehen gilt als hervorragendes Training für das Gleichgewicht. Man kann das z. B. beim Zähneputzen üben – aber einen Fuß barfuß auf dem weichen Waldboden zu trocknen und anzuziehen, während man auf dem anderen balanciert, bringt das Ganze auf ein ganz neues Level. Meiner Erfahrung nach ist es sehr befriedigend zu merken, dass man ins Wanken gerät – und sich dann doch noch rechtzeitig fängt.

Nach jedem barfüßigen Walderlebnis merkte ich, dass sich Körper und Geist für Tage erfrischt und gestärkt anfühlten. Es war, als hätte ich eine Schnellladung bekommen. Bei Waldspaziergängen mit Schuhen hatte ich nie dieses gleiche Gefühl tiefer Erneuerung – obwohl natürlich jeder Aufenthalt im Wald guttut.
Im Sommer liebe ich besonders die von der Sonne gewärmten, glatten Felsen – eine Verbindung zum Milliarden Jahre alten Grund unseres Planeten – sowie verschiedene Uferbereiche und Bachläufe. Es gibt kaum etwas Schöneres, als auf einer Wanderung heiße, verschwitzte Füße in einen kühlen Bach zu tauchen und sie so tief in den Sand zu graben, dass er zwischen den Zehen kratzt und kühlt. Vor dem Spätsommer sollte man allerdings auf laichende Fische achten – in Laichgewässern sollte man vor August nicht herumtreten.
Zum Schluss: Die bewusste Zeit in der Natur mit meinen Füßen hat auch meine Beziehung zu meinem Körper verändert. Besonders früher habe ich mich ein wenig geschämt, dass meine Füße etwas größer waren als die anderer. Doch jetzt, wo ich all diese wunderbaren Waldgefühle über meine Füße erleben darf – sie mir das Gleichgewicht geben und wohltuende Reize ins Gehirn senden –, empfinde ich große Dankbarkeit für meine gesunden, fühlenden Füße. Beinbehaarung, Narben, blaue Flecken oder ein ramponierter Zehennagel nach einer langen Wanderung – das alles ist mir egal. Wichtig ist nur, stehen und gehen zu können – und die Natur mit jeder Faser zu spüren.

Der Artikel wurde mit Hilfe von KI ins Deutsche übersetzt.
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